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Schamanismus
Eine wiederentdeckte, uralte Heilmethode

Von Axel Möller

Einer, der in Tierfellen, oft mit einem Geweih auf dem Kopf, ekstatisch trommelnd wild durch die Taiga springt, so begegnete den ersten europäischen Reisenden in Sibirien der Schamane. Sein auffallendes Gehabe hat seit jeher Interesse auf sich gezogen; und noch in diesem Jahrhundert gab es gar nicht so wenige Wissenschaftler, die Schamanen schlicht für verrückt hielten.

Es ist auch gar nicht so einfach, zu verstehen, welche Inhalte der Schamane transportiert, dazu muß man nämlich runter vom hohen Roß der Wissenschaft im Elfenbeinturm, man muß sozusagen selber Schamane werden. Diese Erkenntnis ist nicht neu, aber ihrer Umsetzung war erst den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts vorbehalten, als die amerikanischen Anthropologen Carlos Castaneda und Prof. Michael Harner zu indigenen Schamanen reisten, dort lernten und in Aufsätzen und Büchern über ihre Erlebnisse und Erkenntnisse berichteten. Castanedas Bücher, er selbst ist im Frühjahr 1998 gestorben, haben weltweit ein Millionenpublikum erreicht und fasziniert.

Michael Harner gründete auf Anregung seiner Studenten die Foundation for Shamanic Studies (FFS). Er und die Lehrbeauftragten der Foundation geben nun das Wissen der alten schamanischen Kulturen in konzentrierter Form weiter, und das im Rahmen unseres Weltbildes.

Der Schamane, in den alten Kulturen Heiler, Divinator (Weissager), Mittler zwischen den Welten und Psychopompos (Seelenbegleiter), erlebt vor allem durch die weltweit angebotenen FSS-Seminare eine unglaubliche Renaissance. Die alten Techniken werden neu verstanden: Der Schamane, wahrscheinlich der älteste Heiler der Menschheit, ändert willentlich seinen Bewusstseinszustand, um in diesem bestimmte Aufgaben zu verrichten. Dieser veränderte Bewusstseinszustand heißt nach Harner schamanischer Bewusstseinszustand (SBZ). Den SBZ braucht der Schamane, um von dieser Welt (Alltägliche Wirklichkeit, AW) in den mystischen Erlebnisraum des Menschen, in die Nichtalltägliche Wirklichkeit (NAW), vorzudringen.

Diese erlebt der Schamane (oder in unserer Kultur: der schamanisch Tätige) als strukturiert. Bekannt sind die Untere Welt (UW) und die Obere Welt (OW). Dort bekommt der Schamane seine Informationen in Form von, allgemein gesprochen, Visionen; vor allem in Kontakt mit seinen Helfern, Wesenheiten, die Castaneda allies, Verbündete, nennt. Die wichtigsten für den Anfänger sind Tiere (Krafttiere) und menschenähnliche Wesenheiten, die sogenannten Lehrer. Sie helfen dem Schamanen bei der Beantwortung von Fragen und dem Lösen von Problemen. Die Aufgaben, die der schamanische Praktikant der Gegenwart vorfindet, sind von denen des Schamanen aus den indigenen Kulturen nicht allzu verschieden: Die Fragen, die uns auch heute bewegen, haben meist mit Krankheit, familiären oder Job-Problemen zu tun. Schamanismus sehen wir heute als spirituelle Problemlösungstechnik, die unser Leben wesentlich bereichern und unter Umständen von Grund auf ändern kann. Spirituelle Erfahrungen, die Seminarteilnehmer machen, sind imstande, sinnentleerte Lebensformen zu bereichern. Sie geben neue Kraft, neuen Mut und oft eine völlig neue Sicht der Dinge. Natürlich gehört ein kleiner Ansporn dazu, über die Schwelle zu treten.

Jeder Mensch hat gewisse Fähigkeiten. In dem Buch von Paul Uccusic „Der Schamane in uns" wird der Nachweis geführt, daß in jedem von uns schamanische Fähigkeiten vorhanden sind - man muß nur lernen, sie zu wecken.

Literaturhinweise: Michael Harner „Der Weg des Schamanen", Hugendubel-Ariston. Neu bearbeitet, Neu aufgelegt im Oktober/November 1999.
Paul Uccusic „Der Schamane in uns", Hugendubel-Ariston.
Sandra Ingerman „Auf der Suche nach der verlorenen Seele", Hugendubel-Ariston.

Auskunft: Axel Möller, Sellhopsweg 56, 22459 Hamburg, Tel (040) 55 983 983, Fax 559 70 694, Email: ax@axelmoeller.de


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