logonordstern.jpg (11348 Byte) März / April 2000

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Meine Arbeit macht mich krank!
Arbeit, Alltag und Gesundheit im Spiegel des sechsten Hauses

von Christina Pfingsten und Christa Wagner

Neben dem großen Thema Liebe sind es Fragen um Gesundheit und Beruf, die viele Menschen dazu bewegen, astrologischen Rat zu suchen. Trotz aller hehren Vorstellungen über die wahre Berufung und die Erfüllung, die diese in unser Leben bringen soll, ist die Realität des Arbeitsalltags in Beruf, Haus und Familie für sehr viele Menschen eine große Belastung und schmerzlich frustrierend, kurz: ein Problem, das viel zu oft krank macht.

Astrologisch sind die Themen Beruf-Alltag-Gesundheit dem sechsten Haus und dem Zeichen Jungfrau zugeordnet – während die Berufung zum zehnten Haus gehört. Das Zeichen an der Spitze des sechsten Hauses, der Herrscher des Hauses und seine Stellung im Horoskop, die Planeten, die in ihm stehen und die Aspekte zu diesen Planeten lassen uns erkennen, welche Einstellungen und Anlagen der Mensch zu den Themen Arbeit, Alltagsroutine und Dienstleistungen mit sich bringt, wie er sein Denken für nutzbringende und praktische Zwecke einsetzt, wie er mit (Wachstums-)Krisen in diesem Bereich umgehen kann und in welcher Art er seinem Körper und seiner Gesundheit gegenüber Achtsamkeit walten läßt.

Das sechste Haus hat die Aufgabe, uns vom fünften Haus, in dem wir lernen, die Welt nach unserem Willen zu gestalten, und in dem wir als Solokünstler auf der eigenen Bühne agieren, zum siebten Haus – dem Haus der Liebe, des harmonischen Kontaktes zu anderen und zur Umwelt – zu führen. Im sechsten Haus erfahren wir den krisenhaften Prozeß der Anpaßung und der Erkenntnis, daß wir ein Teil in einem größeren Ganzen sind, erhalten kritische Resonanz auf unser Tun und Lassen und werden mit Widerständen konfrontiert. Dabei müssen wir erkennen, daß wir zwar der Nabel unserer Welt sind, daß es aber viele Nabel vieler Welten gibt und wir uns irgendwie mit ihnen arrangieren müssen. Beruf und Alltag sind dabei das Medium, diesen Wachstumsprozeß zu durchlaufen. Hier sind wir gefordert, etwas zur Produktivität und zum Erhalt der Gemeinschaft beizusteuern und die dabei auftretenden Konflikte und Krisen zu meistern. Man verläßt seine Solobühne und muß sich hier in eine Gruppe oder Hierarchie integrieren, muß sich ein- und unterordnen.

Das sechste Haus ist ein Erdhaus, ist den mühseligen irdischen Wachstumsprozessen unterworfen, seine Resultate erfordern Geduld, Hingabe auch an Details, Disziplin und Ausdauer – eben Qualitäten der Jungfrau. Es geht vor allem um die kleinen Schritte, die die Realisierung gros-ser Pläne erst möglich machen und um den Mut und die Beharrlichkeit, alle vorgefundenen Regeln und Strukturen zu durchleuchten, bewußt anzunehmen oder aber zu verändern, gegebenenfalls zu verwerfen.

Alle Krisen und auch Krankheiten, die wir hierbei durchleben, sind immer ein Appell an uns, die jeweilige Situation zu ändern. Das kann bedeuten, für eine gerechtere Bezahlung, gesündere Arbeitsbedingungen zu kämpfen, seine häuslichen Tätigkeiten neu zu organisieren oder auch eine Tätigkeit zu suchen, die unseren Fähigkeiten und Anlagen entspricht, statt uns täglich zu zermürben. Andererseits gilt es aber auch immer wieder, uns selbst zu prüfen und kritisch zu hinterfragen, beständig an unserer „Verbesserung" zu arbeiten und uns zu wandeln. Die zentrale Frage des sechsten Hauses ist: wie weit müssen wir bestimmte Eigenschaften zurückdrängen, um Konflikte mit unserer Umgebung, mit unseren Chefs, Untergebenen, Mitarbeitern, Kunden, mit unserer Familie und Stellung zu vermeiden, und wann beginnen wir, uns selbst zu verstümmeln? Beschließen wir, unsere Spontanität und Kreativität in einem langweiligen Bürojob zu unterdrücken, und bieten wir diesen Anlagen auch in unserer Freizeit keinen angemessenen Raum, so werden sich diese Kräfte anderswo ihren Platz suchen und uns krank machen, etwa in Form nervöser Symptome oder als Hautausschläge.

In unserem Alltagsverständnis gilt jemand als krank, wenn er nicht in der Lage ist, seiner Arbeit nachzugehen und seine alltäglichen Verpflichtungen zu erfüllen. Wir sollen gesund sein, um arbeiten zu können. Umgekehrt würde man aus astrologischer Sicht sagen: unsere Arbeit soll uns gesund erhalten – tut sie es nicht, ist dort etwas nicht in Ordnung.

So ist es eine „Arbeit" im Sinne des sechsten Hauses, gesund zu sein und zu bleiben, sowie sich Bedingungen zu schaffen, die dies ermöglichen. Und das Dienen, das traditionell diesem Haus zugeordnet wird, sollte nicht zuletzt bedeuten, daß wir der Entfaltung unserer eigenen Seele dienen.

Christina Pfingsten und Christa Wagner, Tel. 04632-8587


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