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Die Integration der spirituellen Arbeit in unser tägliches Leben

von Sheila Alich

„Wie kann ich meine spirituelle Arbeit in mein tägliches Leben integrieren?" Diese Frage wird mir sehr häufig von Schülern gestellt, die ihren spirituellen Pfad beginnen.

Wenn wir beginnen, kann es leicht so aussehen, als sei unser tägliches Leben von unserem spirituellen Weg getrennt. In gewissem Sinne sind sie getrennt. Da wir aus einer Kultur kommen, in der es keine klare Übereinkunft über unsere spirituelle Basis gibt, kann die Herausforderung der Integration selbst für die am weitesten fortgeschrittenen Schüler überwältigend erscheinen. Herauszufinden, was wo in das neue Leben, das wir versuchen zu kreieren, hineinpaßt, kann ein langer Prozeß von Zweifeln, Fehlern und natürlich Fallen sein. Laßt uns damit beginnen, uns zwei der am häufigsten vorkommenden Fallen anzuschauen, denen Schülern begegnen, wenn sie ihren Weg beginnen.

1. Falle: Es zu trennen und zwei Leben zu leben. Wenn Du Dein Training beginnst, kann es sich so anfühlen, als ob du zwei Leben lebst. Das Montag bis Freitag Arbeitsleben und das Trainingsleben am Wochenende. Dann gibt es zwei Sets von Regeln, zwei Sets von Freunden und natürlich zwei Sets von Erwartungen. Wenn du darin zu lange verweilst, kann es zu einer Falle werden, aus der es schwierig ist herauszukommen. Mit der Zeit kannst du einen Berg aus Informationen, Techniken und Übungen kreieren, der nicht zu einem Teil von dir wird. Die Information bleibt außerhalb von dir. Es kann sehr leicht geschehen, daß wir diesen Berg als etwas da draußen ansehen und uns sagen: „ Eines Tages werde ich etwas damit anfangen." Wenn du damit fortfährst, kannst du im schlimmsten Fall das Gefühl bekommen, du mußt eine Entscheidung zwischen deinem täglichen und deinem spirituellen Leben fällen. Mit dem Ergebnis, daß du eines von beiden vernachlässigen wirst.

2. Falle: Schmelze alles sofort zusammen und schmeiße das, was nicht paßt, heraus. Integration bedeutet nicht unser spirituelles und tägliches Leben miteinander zu vermischen. Es gibt einen angemessen Ort und eine Zeit für unsere Übungen, einen Ort und Zeitpunkt um mit unserem Auto zu fahren. Am Anfang sind Fehlschläge fast garantiert, wenn wir uns selbst damit unter Druck setzen, unsere Übungen mitten in unserem Arbeitstag durchzuführen. Genauso streßvoll wäre es, deine Büroarbeit in einer Zeremonie sitzend durchzuführen. Es geht hier darum, unterscheiden zu lernen, auch wenn es nicht so einfach ist. Zu lernen, was wo in dein Leben und in deinen Tag gehört. Erinnere dich daran, langsam zu gehen, erlaube deinem Enthusiasmus für die neue Methode oder Technik nicht, dich oder deine Gemeinschaft zu überwältigen. Es ist gesund, Freunde zu haben, die deine spirituellen Anschauungen teilen, und auch Freunde die nicht immer der gleichen Meinung sind, die vielleicht einem anderen Weg folgen. Es kann eine Falle sein, darauf zu bestehen, daß alle um dich herum an das glauben, was du tust. Erinnere dich daran, daß Integration nicht bedeutet, die Außenwelt davon zu überzeugen, daß du dich verändert hast. Wenn das, was du gelernt hast, integriert ist, wirst du nicht mal mehr daran denken. Es ist zu einem Teil von dir geworden. Wenn sowohl die Trennung als auch die Verschmelzung uns in eine Falle führen können, welchen Weg gibt es dann? Die Integration ist ein langsamer Prozeß, der tägliche Arbeit und Übung erfordert. Entsinne dich, daß du auf Langzeitveränderungen zuarbeitest, auf Ziele, die jeden Aspekt deines Lebens beeinflussen werden. Viele von uns beginnen ihre Arbeit ohne eine komplette und stabile spirituelle Basis und das kann für den Integrationsprozeß eine noch größere Herausforderung bedeuten.

Dies sind einige Übungen und Lehren, die ich mit meinen Schülern teile, wenn sie mit ihrer Arbeit beginnen: Fokus und Absicht. Es gibt ein Zen-Sprichwort: Ohne Fokus ist jede Herausforderung unser größtes Problem, mit Fokus gibt es keine Probleme. Ich erinnere meine Schüler immer wieder daran, zu ihrer Absicht und zu ihrem Fokus zurückzukehren. Frage dich selbst, was will ich? Was ist hier das größere Bild? Fokus und Absicht bewegen uns in die richtige Richtung und führen uns durch schwierige Zeiten hindurch. Finde eine tägliche Erdungsübung, je praktischer und körperbezogener um so besser. Egal, ob es spazieren gehen, Gartenarbeit, Hausarbeit, mit den Haustieren spielen oder einfach draußen in der Natur sitzen ist, die tägliche Erdungsarbeit ist für unsere Balance und zur Integration der spirituellen Arbeit wichtig. Beginne auch mit einem wöchentlichen Reinigungsprozeß. Häufig kann ein Ungleichgewicht von Verstand, Körper und Herzens darauf zurückgeführt werden, daß wir an der Vergangenheit festhalten und es keinen Weg für diese alten Dinge gibt, auf dem sie uns verlassen können. Während wir weiter arbeiten, lernen, wachsen und uns verändern, wird die Art und Weise, wie wir Dinge getan haben, nicht mehr länger zu uns passen. Wir müssen Wege finden diese Dinge anzuerkennen, sie zu entlassen und mit unserem Leben fortzufahren. Ich schlage hier vor mit den Elementen zu arbeiten. Etwas so einfaches, wie das Aufschreiben der Dinge, die du entlassen möchtest um sie dann der Erde oder dem Feuer zu übergeben, kann eine ganze Menge deiner Energie und deines Spirits befreien.

Atem: Erinnere dich daran, ganz bewußt zu atmen. Es kann schon hilfreich sein, dich einfach nur fünf Minuten am Tag hinzusetzen und deinen Atem zu beobachten. Vergewissere dich, daß der ganze Brustkorb und der Bauch sich mit jedem Atemzug bewegen, aber forciere es nicht. Fürchte dich nicht, das anzuwenden, was du lernst. Probiere unterschiedliche Übungen aus, finde heraus, was für dich am besten funktioniert und bleibe dann dabei. Es ist nicht wichtig, Dutzende von Übungen zu haben. Kein Mensch könnte es durchhalten, täglich so viele zumachen. Lasse die Übungen, die für dich nicht funktionieren, gehen. Ich habe gehört, wie Schüler Methoden oder Techniken kritisierten, die sie selbst nicht einmal probiert haben. Falle nicht in diese Falle! Gib dir selbst Zeit. Das ist wahrscheinlich das Schwerste und dennoch das Wichtigste, daß es zu tun gibt. Wenn du Schwierigkeiten mit der Integration hast, ist es gut möglich, daß du zu viele Dinge auf einmal machst. Erinnere dich daran, daß dein Verstand sich sehr schnell bewegt und dadurch seine Forderungen leicht den Körper und das Herz überwältigt. Ich empfehle meinen Schülern, nicht sogleich jede neue Übung oder Technik aufzunehmen, bevor die, mit der sie gerade arbeiten, nicht ganz zu einem Teil von ihnen geworden ist. Schaffe Raum für dich und andere in ihrer eigenen Geschwindigkeit zu gehen. Spirituelle Arbeit ist kein Wettbewerb aber manchmal können wir für unsere Freunde und uns selbst einen daraus machen. Erinnere dich daran, daß du auf eine Langzeitveränderung zuarbeitest, und daß jeder sich in seiner eigenen Geschwindigkeit bewegt. Erlaube dem verblassen der anfänglichen Spannung und Aufregungen deiner Übungen nicht, dich davon abzuhalten sie weiter zu verfolgen. Einst wandte ich mich an meine Lehrerin mit etwas, von dem ich dachte, es sei ein großes Problem. Ich erzählte ihr, daß alle meine spirituellen Übungen so normal werden, daß sie nicht mehr viel Überlegung und Anstrengung bedurften. Nicht, daß sie langweilig wurden, ich brauchte einfach nicht mehr über sie nachdenken. Kannst du dir das vorstellen? Ich dachte, ich mache etwas verkehrt. Sie schaute mich an, stellte mir ein paar Fragen und sagte: „Gut. Endlich werden sie zu einem Teil von dir." Integration bedarf Zeit, sie bringt uns Einsichten und Erfahrungen. Erfahrungen erden unsere Arbeit und was du gelernt hast, wird für den Rest deines Lebens mit dir sein.

Sheila Alich, P.O. Box 565, Cortez, CO 81321 USA, Fax & Phone: 001-970-565 71 63, www.foxfireinstitute.com


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