logonordstern.jpg (11348 Byte) September / Oktober 2000

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Staunen, Aha-Erlebnisse, Begeisterung - (m)ein Reading
Von Nuriama Lichterstein

 

Das Human Design System ist eine Beschreibung der individuellen Fähigkeiten, Potentiale und Themenbereiche und basiert, wie das Geburtshoroskop in der Astrologie, auf Geburtsdatum und Geburtszeit. Es wird eine stilisierte, teils bunte, teils weiße Körpergrafik (Chart) erstellt, in der die Planetenstände sichtbar gemacht und dann anhand von Texten nach dem alten chinesischen I Ging und Aspekten der Chakrenlehre erläutert werden. Eine ausführlichere Darstellung des theoretischen Hintergrunds ist nachzulesen im NordStern Juli/August 2000.

Als ich das erste Mal mein Chart (die Körpergrafik) sah, war es für mich wie eine kleine Offenbarung, genauso fühlte es sich in mir an: zwei farbige Bereiche, weit voneinander entfernt und dazwischen lauter offene, weiße Zentren und Kanäle. Da hatte ich es plötzlich bunt auf weiß vor mir, mein ständiges Erleben, gespalten zu sein zwischen mentaler Ebene einerseits und körperlicher Motorik andererseits, meinen Drang, mich irgendwie zusammenbringen zu wollen, ebenso wie mein Grundgefühl als Kind, überschwemmt zu werden von außen und nicht zu wissen, wer ich bin.

Weiße Zentren, farbige Zentren und Mondknoten
Die weißen, offenen Zentren, so wurde mir erklärt, nehmen von außen auf, es ist eine Weise, wie wir lernen. Beispielsweise das Emotionalzentrum (Dreieck rechts): Ist es offen, lebt man sein Leben in einer gewissen emotionalen Instabilität. Mal sind da heftige Gefühle, manchmal ist da gar nichts, kein Kontakt zu Gefühlen, vor allem, wenn man allein ist. Irgendwann begreift man, daß es vor allem die Gefühle Anderer sind, die eine Resonanz erzeugen. Der Partner ist beispielsweise fürchterlich wütend, merkt es vielleicht noch nicht mal, aber ich fühle die Gereiztheit und Wut deutlich in mir! Oder das offene Identitätszentrum (Salmi in der Mitte): Hier sitzt die ewige Frage: „Wer bin ich?" Denn man erlebt sich als veränderlich, je nachdem, mit wem man gerade zusammen ist, man kann mit den unterschiedlichsten Menschen mitschwingen, sich an sie anpassen, lernen, was für Identitäten es alles gibt.

Vor allem hier, in den offenen Zentren, findet Konditionierung statt. In meinem Fall bedeutete dies: Gefühle Anderer, Ängste Anderer, Vorstellungen, wie man zu sein hat oder daß man mit dem Willen alles erreichen kann, vieles mußte (und muß) ich im Laufe meines Lebens ‘rauswerfen, loslassen, reinigen, um den Weg zu einem authentischeren Sein zu finden.

Bei den offenen Zentren gilt als Lernziel: Mit der Veränderung rechnen, positiv wie negativ. Nicht identifizieren mit dem, was von anderen kommt. Spiegel sein für andere. Dies zu hören, erleichterte mich kolossal und versöhnte mich mit vielen Jahren der Verunsicherung und der Suche. Heute sehe ich gerade diese Offenheit beispielsweise in meiner psychotherapeutischen Arbeit als außerordentlich wertvolle Unterstützung an. Auf der anderen Seite gibt es die farbigen Zentren, die verläßlichen, festgelegten Bereiche: Bei mir ist der Verstand (grünes Dreieck), festgelegt auf die logisch-praktische Seite. Kein Wunder, daß mich das Human Design System als logisches System sofort angesprochen hat! In den durchgehenden Kanälen brauche ich mich nicht anzustrengen, das fließt von alleine, allerdings auch, wenn es einem gerade nicht so paßt! Während wir in den offenen Zentren so gerne wären wie die Anderen, können wir hier oft nicht verstehen, wieso diese Bereiche für andere ein Problem darstellen.
Hier gilt als Lernziel: Annehmen, integrieren und das Beste daraus machen.
Die Mondknoten geben den Themenfaden an, an dem entlang sich jeweils die erste und die zweite Lebenshälfte entwickeln. Meine Mondknoten haben sich rechnerisch vom Kehlzentrum zum Wurzelzentrum verschoben, als ich etwa 40 Jahre alt war. Ich erkannte erstaunt meinen eigenen tiefgreifenden Umorientierungsprozeß wieder, der Mitte 30 begann: Meine wachsende Unzufriedenheit mit der Übermacht des Mentalen in mir, die mich auf die Suche nach meiner Lebensenergie in meinem Körper gehen ließ.

Planeten, I Ging und Chakren
Nach der Erläuterung dieser Grundstruktur, die mir schon etliche Aha-Erlebnisse beschert hatte, ging es nun an die 26 Themenbereiche (I Ging-Hexagramme), die durch Planeten aktiviert werden, in der Grafik durch schwarze, rote oder graue „Beinchen" an den Zentren angezeigt. Unter Berücksichtigung bestimmter Aspekte der Chakren und anhand der modifizierten I Ging-Texte wurde mir erstaunlich präzise und detailgenau dargelegt und erläutert, welche Fähigkeiten ich schon mitgebracht habe, welche Themenbereiche in dieser Inkarnation zu bearbeiten sind, welche „Stolpersteine" eingebaut sind, worauf ich zu achten habe.

Das Hexagramm 19 am Wurzelzentrum (ganz unten) beispielsweise, „Die Annäherung": Eine Aktivierung hier steht für Sensibilität, aber auch für (Über-) Empfindlichkeit. Hier liegt der Wunsch nach Anerkennung der eigenen Gaben, nach Kontakt und Gemeinschaft, aber auch die Angst vor der Ablehnung. Da es am Wurzelzentrum (Thema Existenz) liegt, fühlt sich für diese Menschen eine Ablehnung schnell existentiell bedrohlich an. Für Menschen mit der 19 gilt: Suche Dir eine liebevolle Umgebung und gehe mit Vertrauen in den Kontakt! Dann kann sich die Lebensfreude entfalten. Eine kleine Zwei zeigt an, daß für mich die zweite Linie (von sechs möglichen) dieses Themas bedeutsam ist: „Dienst. Hingebungsvoller Einsatz für höchste Werte" mit der Schattenseite „Hinhaltende Unentschlossenheit". Die Erläuterung trieb mir sofort die Tränen in die Augen, so exakt wurde hier eine für mich ganz wesentliche (Wurzelzentrum!) Thematik in seiner Widersprüchlichkeit beschrieben.

Selbsterkenntnis
Miteinander verwoben ergaben all diese Informationen und Beschreibungen ein beeindruckend genaues Bild von mir. Am Ende des Readings fühlte ich mich in bisher nicht erlebter Weise erkannt und bestätigt. Ich fühlte mich ganz neu „berechtigt", so zu sein, wie ich bin, sowohl in den verletzlichen, unsicheren Bereichen als auch in den verläßlichen eindeutigen.

Meine Begeisterung von damals hat sich bis heute nicht gelegt, denn es wird so wunderbar sichtbar und ganz klar: So sind meine Themen, es ist mein Leben, meine Verantwortung und meine Chance, daraus das Beste zu machen.

Nuriama Lichterstein, 23919 Behlendorf (Nähe Lübeck), Tel: 04544/ 1813, e-mail: Nuriama.Lichterstein@t-online.de


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