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Zum ersten Mal außerhalb Asiens als Meditation, Gesundheitslehre, Kampfkunst und Lebenspholosophie
Von Rainer Siehl

Die Geschichte des Shaolin Wing-Chun Chuan ist einmalig. Noch nie war etwas so geheim und doch so berühmt. Die Entstehung des Shaolin Wing-Chun Chuan war keine zufällige Erfindung gelangweilter meditierender Mönche oder die Imitation von Kämpfen aus der Tierwelt oder etwas ähnliches, sondern sie war ein bewußt verfolgtes Ziel. In dieser Lehre ist das größte Wissen und Können von über 3000 Jahren chinesischer Kultur vereint.

Mit der Absicht, sich vor jeglichen Angriffen schützen zu können, schufen die Shaolin-Meister ein System, das allen bekannten Kampfkünsten überlegen war. Die Entwicklung der neuen Kampfkunst begann mit der Analyse der bereits bestehenden Kampfkünste. Die sogenannten „harten Kampfkünste" (ähnlich dem heute bekannten japanischen Karate) hatten große Kraft und Explosivität, aber wegen der großen Körpermasse, die in Bewegung gesetzt wird, aus der Kraft und Explosivität stammen, sind die, die diese Kampfkünste anwenden, unter Umständen leicht verletzbar. „Weiche Kampfkünste" (ähnlich dem heute bekannten Tai Chi) brauchten jahrzehntelanges Training, um in einem Kampf bestehen zu können.

Ein perfektes Kampfsystem mußte, so hatten die Mönche erkannt, die Vorteile dieser beiden Kampfkunstarten in sich vereinen und deren Nachteile annulieren. Dementsprechend beschlossen die Mönche auch, daß die neue Kampfkunst Schlagkraft und Explosivität der harten Systeme brauchen würde, um einen Kampf schnell und effektiv zu beenden und dennoch die Beweglichkeit und Geschwindigkeit der weichen Systeme haben muß, um flexibel zu sein. Die Techniken mußten so konzipiert sein, daß man auch im Falle eines Hindernisses blitzschnell reagieren kann und einen neuen Weg findet, um die Aktion erfolgreich zu beenden. Es wurde auch beschlossen, daß die Techniken in Kontinuität auszuführen sind. Die Mönche wußten auch, daß man den ersten physischen Kontakt eines jeden Kampfes nutzen kann, um den Gegner zu durchschauen, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, leichter oder schwerer zu verletzen oder ihn sogar kompromißlos zu besiegen. Als theoretische Grundlage dieser grandiosen Lehre sollte das größte Wissen der chinesischen Philosophie, Medizin, Alchemie sowie der Kampf- und Kriegskünste dienen. In der geheimsten Kammer des Shaolin Klosters, die Wing Chun hieß, fand die Entwicklung eines der effektivsten Kampfkunstsysteme der Geschichte statt. Über 500 Jahre war das System allein in den Händen der Oberhäupter des Klosters und wurde wie ein Schatz gehütet, bewahrt und gepflegt. Im Jahre 1674 wurde das Shaolin Kloster von einem mandschurischen Heer zerstört und niedergebrannt. Dabei wurde der größte Teil der SchülerInnen, Mönche und Nonnen getötet. Unter den wenigen Überlebenden war auch die Nonne Ng Mui.

Sie war eine der wenigen, die diese Kunst beherrschten und die einzige von ihnen, die die Zerstörung des Shaolin Klosters überlebte. Sie flüchtete nach Südwestchina in das Kloster ‚Weißer Kranich’ auf dem Berg Tai Leung an der Grenze der Provinzen Szechwan und Yunan. Das war das erste Mal, daß Wing-Chun Chuan die Klostermauern verließ. Um diese Kunst am Leben zu erhalten, beschloß Ng Mui ihr Wissen weiterzugeben. Unterhalb des Berges lag ein Dorf und in diesem Dorf lernte Ng Mui ein Mädchen namens Yim kennen. Nachdem sie Yim adoptiert hatte, lehrte sie sie das komplette Shaolin Erbe und gab ihr den Namen Yim Wing Chun. Yim Wing Chun begleitete Ng Mui bis zu ihrem Tod. Danach verließ sie das Kloster und zog durch das Land. Da sie so schön und intelligent war, daß jeder sie zur Frau haben wollte, machte sie ihren Brautwerbern ein Angebot: Derjenige, der sie besiegen könnte, würde sie zur Frau bekommen. Eines Tages traf sie bei einem Turnier Leung Bok Chau - einen reichen, attraktiven, jungen Geschäftsmann aus Fatschan. Er war bekannt als guter Kämpfer und kam in

den Norden, um nach der schönen, guten Kämpferin, die als solche überall bekannt war, zu suchen. Als er sie sah, hatte er sich sofort in sie verliebt. Auch für Yim Wing Chun war es Liebe auf den ersten Blick. Also forderte er sie zum Kampf heraus …und gewann! Lange Zeit war Leung Bok Chau stolz auf sein Kung Fu Wissen und Können. Schließlich konnte die schöne Yim Wing Chun ihr Geheimnis nicht mehr für sich behalten und gestand ihrem Gemahl die Wahrheit. Sie hatte sich bei ihrer ersten Begegnung in ihn verliebt.

Ein so guter Kämpfer wie Leung Bok Chau konnte nicht glauben, daß er deshalb gewonnen hatte. Er war überzeugt, daß er der bessere Kämpfer war. Um ihm die Wahrheit zu beweisen, schlug ihm Yim Wing Chun einen neuen Kampf vor: Er nahm die Herausforderung an und verlor. Er forderte Revanche und verlor zum zweiten mal. Auch beim dritten Versuch gewann Yim Wing Chun. Da liebte er sie noch mehr, denn er mußte einsehen, daß sie damals mit Absicht verloren hatte, weil sie ihn schon damals liebte und ihn heiraten wollte. Darauf hin bat er sie, ihn als Schüler anzunehmen. So kam diese Kampfkunst zum ersten Mal außerhalb des Klosters in männliche Hände. Wie so oft wurde auch dieses Mal ein Stück unschätzbarer Kultur von einer Frau gerettet...

Shaolin Wing-Chun Chuan ist eine über 700 Jahre alte Gesundheitslehre, Kampfkunst, Kriegskunst, Meditation, Ernährungslehre und Lebensphilosophie, in der die Shaolin-Mönche das größte Wissen von über 3000 Jahren chinesischer Kultur vereint haben Shaolin Wing-Chun Chuan (S.W.-C.C.) ist eine geschlossene, innere Lehre (Pa-Qua, Yin-Yang,

Wu Xing, sowie hartes und weiches Qi-Gong und Nei-Gong), die sich heilend auf die drei Ebenen Körper, Seele und Geist auswirkt. Es handelt sich nicht um eines der Öffentlichkeit bekannten Chan Wah Shun / Yip Man wing-chun-Systeme.

Nach der Zerstörung des Shaolin-Klosters im 17. Jh. wurde die Lehre nur noch außerhalb der Klostermauern in vier Familien weitergegeben. In einer dieser Familien wurde Mirsad Freiberg, jetziger Leiter der S.W.-C.C.-Kampfkunstakademie Castrop-Rauxel zum Meister ausgebildet. Er beschloß 1998, diese sagenumwobene Lehre erstmals dem „Westen" zugänglich zu machen: Zur Zeit zieht es interessierte Menschen aus ganz Europa und den USA nach Castrop-Rauxel bei Dortmund, um sich kostenlos zum/zur Shaolin Wing-Chun Chuan - Instructor/in ausbilden zu lassen. Viele von ihnen haben jahrelang andere Kampfkünste trainiert und teilweise selbst unterrichtet. Ihrer Erfahrung nach fehlte ihnen dort etwas wichtiges, das sie im Shaolin Wing-Chun Chuan gefunden haben: es ist eine geschlossene, innere Lehre, die gezielt alle Ebenen des Menschen anspricht. Außerdem waren sie erstaunt, um wieviel schneller und effektiver diese Kampfkunst gegenüber den ihnen bekannten Kampfkünsten ist.

Shaolin Wing-Chun Chuan läßt sich auch ohne Vorerfahrungen in erstaunlich kurzer Zeit erlernen und ist ein höchst effektiver Selbstschutz, für Männer, Frauen und Kinder: Man lernt, Energiequellen zu aktivieren, die es erlauben, weitaus schnellere Bewegungen zu machen, als es mit Muskelkraft möglich wäre.

Ein anderer Teil der Auszubildenden hatte bisher noch keinen Kontakt mit Kampfkünsten und fühlt sich besonders vom Gesundheitsaspekt der Lehre angesprochen: Zu Beginn geht es darum, die Energiekanäle im Körper zu reinigen und die Selbstheilungskräfte in Gang zu setzen. Durch spezielle Übungen wird die Wirbelsäule mit einer elastischen Kraft versehen, das zentrale Nervensystem wird regeneriert und gestärkt. Rückenprobleme und Haltungsschäden werden auf eine sehr sanfte Art korrigiert. Man lernt, Körper und Geist zu entspannen, Energie durch den ganzen Körper zu bewegen und bewußt in jedes Körperteil zu lenken. Was das für den Kampf bedeutet, kann man sich vorstellen.

JedeR, der/die sich davon angezogen fühlt, kann diese Kampfkunst lernen. Das Alter spielt keine Rolle, Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Die Lehre des Shaolin Wing-Chun Chuan ist so mächtig, daß sie in der Lage ist, Verhältnisse aufzuheben, in denen der Mensch ein erniedrigtes oder gefährdetes Wesen ist.

Rainer Siehl, Tel: 040 / 22697622, E-mail: R A Siehl@aol.com, www.shaolin-wing-chun-chuan.de


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