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Schluß mit dem Opferdasein oder die Grundlagen der spirituellen Psychologie
Von Erika Wichmann

Zunächst möchte ich darauf eingehen, was ich unter dem Begriff „Spirituelle Psychologie" verstehe:

1. Eine Psychologie, die über die „Psychoebene" hinausgeht, in der Auffassung, daß wirkliche Heilung nur durch Verbindung mit dem Göttlichen erfolgt. Das setzt voraus, daß wir uns des göttlichen Funkens in uns bewußt werden und Kontakt zu dieser Schöpfungsenergie suchen, die wir nicht mit unserem menschlichen Verstand erfassen können. Wir können sie lediglich umschreiben, beispielsweise als Licht oder Liebe und im Innersten unseres Wesens fühlen.

2. Eine Psychologie, die auf der Kenntnis der geistigen Gesetze basiert, wie sie etwa Hermes Trismegistos in seinen sieben Prinzipien dargelegt hat. (Die Gesetze der Geistigkeit, Ursache und Wirkung, Entsprechung, Schwingung, Polarität, des Rhythmus und Geschlechts) Ich habe in einem früheren Artikel im Nordstern darüber geschrieben. Literatur: „Das Kybalion", Akasha Verlag.

3. Eine Psychologie, die das Wissen mit einbezieht, daß der Mensch auf verschiedenen Ebenen existiert, die auch als physischer, emotionaler, mentaler und spiritueller Körper bezeichnet werden. Es sind verschiedene Energieebenen, die sich nur im Grad der Schwingung voneinander unterscheiden, wobei die höheren Schwingungen (spiritueller Körper) immer stärker sind als die niedrigen (physischer Körper). Daraus erklärt sich auch die Heilung des Körpers durch Änderung der Gedanken und Gefühle (Einstellungen).

Und so ist auch die heilsame Wirkung der Reiki-Energie zu verstehen, die ja eine Anbindung an das „Göttliche" oder die „Lichtebene" darstellt. Viele Menschen haben während der Einweihung ein Lichterlebnis.

4. Die spirituelle Psychologie geht davon aus, daß wir eine unsterbliche Seele haben, die aus dem Licht (von Gott) gekommen ist und irgendwann dahin zurückkehrt.

Wir sind auf der Erde, um zu erkennen und uns aus den Verwicklungen der Vergangenheit zu befreien, mit viel Liebe und Mitgefühl uns selbst und unseren Mitmenschen gegenüber.

Dabei geht es nicht nur darum, Negatives zu bearbeiten, sondern auch unsere positiven Aspekte (Fähigkeiten, Talente) mehr ins Licht zu holen. Alles läuft nach kosmischen Gesetzmäßigkeiten ab, es gibt keine Zufälle im langläufigen Sinn, wohl aber im wörtlichen Sinn. Ein geistiges Gesetz lautet: „Wie innen, so außen", mir fällt das zu, was meinem Inneren (Denken, Fühlen) entspricht.

5. Die spirituelle Psychologie geht davon aus, daß sich unsere Seele gemäß den Energiestrukturen (Gedanken- und Gefühlsenergien), die noch aus früheren Leben an ihr haften, genau die Situation, die Eltern, ausgesucht hat, die zu ihr passen. So werden die Muster, die wir mitbringen, noch verstärkt und wir werden mit der Nase immer wieder darauf gestoßen, bis wir erkennen, verändern und loslassen.

Daher führt es auch nur bedingt weiter, in der Kindheit nach Verursachern unserer heutigen Schwierigkeiten zu suchen. Wir bleiben in der Opferrolle und es verändert sich nichts. Aber wir sind niemals nur Opfer sondern auch Täter. Und wenn unsere Täterschaft „nur" darin besteht, daß wir zulassen, auf eine bestimmte Weise behandelt zu werden.

Bewußt werden, Verantwortung übernehmen, sich verändern

Der erste Schritt besteht darin, Klarheit über die gegenwärtige Lebenssituation zu gewinnen. Wo fühle ich mich als Opfer, hilflos, ausgeliefert? Wann schiebe ich anderen meine negativen Gefühle zu und mache sie zu Schuldigen? Worin besteht mein Anteil, wie mache ich mich zum Opfer? Unser Körper, unsere Seele senden uns laufend Signale. Es kommt darauf an, sie wahrzunehmen und richtig zu deuten. Das ist nicht immer leicht und ich kann in diesem Artikel auch nur kurz darauf eingehen.

Gefühle als Botschaften der Seele

Gefühle sind die wichtigsten Signale für uns. Freude, Liebe, Begeisterung zeigen an, daß wir auf dem richtigen Weg sind. Ärger, Wut, Eifersucht oder Haß verdunkeln unsere Stimmung und erschweren uns das Leben. Es hilft nicht weiter, sie bei anderen abzuladen, denn sie werden in uns produziert. Dahinter stehen meist alte Gedankenmuster, Überzeugungen, die wir in dieses Leben mitgebracht oder im Laufe unseres Lebens verinnerlicht haben. Wir brauchen die Bühne des Lebens und die anderen Menschen, um zu erkennen, zur Selbst-Erkenntnis zu kommen.

Wirklich frei werden können wir nur, wenn wir die Verantwortung für uns und unsere Gefühle übernehmen, statt sie nach außen zu projizieren und selbst für uns sorgen lernen, statt es anderen zu überlassen. Sonst bleiben wir in der Entwicklung stecken und bekommen unsere Lektionen immer wieder präsentiert.

Die Kraft der Gefühle nutzen

Aus unserer Wut können wir Kraft zur Veränderung schöpfen. Neid und Eifersucht sind oft Zeichen für selbst auferlegte Mängel im Leben. Wir können untersuchen, in welchen Bereichen wir uns mehr gönnen sollten. Traurigkeit kann uns unsere Bedürftigkeit zeigen und lädt uns ein, besser für uns zu sorgen. Ärger ist ein wichtiges Barometer für Disharmonien im Leben, denen wir auf den Grund gehen sollten. Das sind nur einige Beispiele dafür, wie wir mit Gefühlen umgehen können.

Schutz und Hilfe aus der geistigen Welt

Um nicht auf der „Psychoebene" stecken zu bleiben, können wir zwischendurch immer wieder um Schutz und Führung bitten. Entspannung und Meditation sind wichtige Hilfsmittel, um die „innere Stimme" zu vernehmen, die mit unserem weisen Selbst in Verbindung steht, dem Vermittler zur spirituellen Ebene.

Wie können wir sie von den anderen Stimmen unterscheiden, die wir ständig in uns hören? Die innere Stimme spricht liebevoll und unterstützend, kommt aus dem Herzen und benutzt nicht dauernd Formulierungen wie „du mußt" oder „du sollst". Sie kann aber auch sehr drängend sein. Stell dir das, was sie vorschlägt, bildlich vor, spüre deine Gefühle dabei! Wenn es sich gut anfühlt, dann handle! Wir tragen also alle Chancen für ein selbstbestimmtes, freudevolles Leben in uns. Wir müssen „nur" lernen, die Signale unseres Körpers, unserer Gedanken und Gefühle wahrzunehmen, die innere Stimme zu vernehmen und ihre Anweisungen in die Tat umzusetzen, Schritt für Schritt. Das geht nicht im Schnellverfahren und braucht Zeit, Geduld, Achtsamkeit und Disziplin.

Erika Wichmann, Reiki-Lehrerin, Buchenstr. 1 25486 Alveslohe, Tel.. 04193/2743

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