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März / April 2001 |
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Durchatmen, entspannen, erholen -
Die Heilkraft der Sole Als der Hase, vom Hunde gehetzt, als Erster die Sole-Quelle erreichte, atmete er die wunderbar würzige Luft. Vollgetankt mit frischer Energie lief er dem Hund davon. Dies könnte die Entstehungsgeschichte manch eines modernen Kurortes sein. Und doch ist es eine Geschichte von Mühsal und Plagen, die Geschichte der ersten vorindustriellen Großanlagen. Salz bedeutet Leben. In fast allen Kulturen wird es als heilig angesehen. Bei uns hat sich der alte Brauch erhalten, zum Einzug in ein neues Haus oder eine Wohnung Salz und Brot zu schenken. Bis in das 19. Jahrhundert war Salz knapp, teuer (daher gesalzene Preise) und schwer zu gewinnen. Es wurde mit Gold aufgewogen. Salz war Würze und diente der Haltbarmachung von Fleisch, Fisch und Kraut. Erst mit der Entdeckung der schier unerschöpflichen unterirdischen Salzsteinlager Anfang des vorigen Jahrhunderts verlor das Salz seinen Wert als Handelsobjekt. Bis zu dieser Zeit wurde Salz aus Mineral- oder Solequellen gewonnen. Die meist niedrig konzentrierte Sole mit Salzgehalten um 4% wurde in Pfannen (Gesöde) versiedet. Um den Bedarf an Salz zu decken, rodete man riesige Waldflächen. Das Salzsieden in den Gesöden verschlang unvorstellbare Mengen Brennholz. Mit Beginn der Neuzeit, Ausgang des 16. Jahrhunderts, führte man erste Gradierwerke ein, in denen mehrmals die Sole über Buschwerk (zuerst Stroh, später Schwarzdorn) geleitet wurde. Bei diesem Vorgang entzieht der Wind der Sole das Wasser. Die Sole wird um einige Grade (Gradierwerk) erhöht. So gelingt es mit Hilfe dieser Gradierwerke, gesättigte Sole mit einem Salzgehalt von 25 - 28 % herzustellen. In diesem Stadium kristallisiert das Salz aus. Die gewaltige Ersparis an Brennholz führte zu einer Blütezeit der Gradierwerke. Kilometerweite bis zu 12 Meter hohe Gradierwerke entstanden. Sie waren das Zeichen von Wohlstand. Die Sole wurde, wo keine andere Naturkraft zur Verfügung stand, mit Roßkünsten (Pferdemühlen - Bad Sooden) geschöpft. Später entstanden wassergetriebene Pumpenanlagen, die mit Feldgestängen die Sole aus den Brunnenschächten auf die Gradieranlagen pumpten (In Bad Kösen und in Bad Kreuznach zu bestaunen). In Bad Rothenfelde und Bad Dürrenberg nutzte man dazu Windmühlen, die auf den Gradierwerken errichtet waren. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden im Untertagebau ergiebige Salzlager und Kohleflöze als Energieträger erschlossen. Dies wäre das Ende dieser vorindustriellen Großanlagen gewesen. Wir würden heute bestenfalls noch auf alten Stichen diese ortsbildprägenden Ungetüme kopfschüttelnd bestaunen können. Der wirtschaftliche Niedergang der Salinen hätte die Salzstädte ausbluten lassen, wenn nicht fast zeitgleich auch in der Medizin ein Wandlungsprozeß eingesetzt hätte. Ausgehend von Paracelsus, er brach mit der mittelalterlichen Säftelehre und propagierte eine Naturheilkunde, die im Wesentlichen die Heilungskräfte im Körper tragen hilft, hatten die Heilkundigen schon bald erkannt, daß das Inhalieren der salzhaltigen Luft, besonders bei Beschwerden in den oberen Atemwegen, heilende Wirkung zeigte. Dies war der Aufstieg der Salinenstädte zu den heute anerkannten Kurorten. Er begann fast ausnahmslos Anfang des 19.Jahrhunderts. Heute ist die Inhalation der Aerosole medizinisch anerkannt. Die Atemwege werden befeuchtet, kleinste Kristalle des Salzes setzen sich an den Wandungen der Luftwege ab, wirken sekretlösend, der zähe Schleim kann abgehustet werden, die Schleimhäute schwellen ab, der ganze Atemtrakt wird von Bakterien gereinigt,Entzündungen werden zurückgesetzt, der Beginn chronischer Atemwegsleiden verhindert oder, wenn bereits vorhanden, gebessert. Sole-Quellen nutzen die Eigenschaften des von den Salzkristallampen bekannten Zechsteinsalzes und Zeolithen als natürlichen Zerstäuber. Zeolithe sind kristalline, wasserhaltige Alkali- und/oder Erdalkali-Aluminiumsilikate. Ihr Entdecker, der schwedische Naturforscher Baron Axel F. Cronstedt, benannte sie so, auf Grund der erstaunlichen Eigenschaft, daß das erhitzte Mineral zu brodeln begann (griechisch: zeo = sieden und lithos = Stein). Zeolithe werden auf Grund ihrer katalytischen Eigenschaften in Großfeuerungsanlagen zur Rauchgasentschwefelung und in Wasseraufbereitungs- und Teichanlagen (Entalgung) als Filter erfolgreich eingesetzt. Diese bekannten Eigenschaften haben den Anlaß gegeben, Versuche mit Zeolithen und Sole zu machen, um die mit den Gradierwerken erzielten Inhalationswirkungen auch auf kleinem Raum zu erzeugen und damit diese Effekte zu Hause nutzbar zu machen. Die Ergebnisse sind überzeugend. Die Zeolithe übernehmen die Arbeit der Schwarzdornbüschel aus den Gradierwerken bei der Verrieselung fehlerfrei. Die Raumluft nimmt die mikrofeinen Salzkristalle auf. Damit wird das gewünschte, so wohltuende Reizklima geschaffen. Endlich ist es möglich, den Kurerfolg mit nach Hause zu nehmen. Der gewünschte Nebeneffekt, daß Staub und Rauch gebunden werden, erhöht noch den Wert der Sole-Quellen. Klaus Ellerbrock, Tel./Fax: 040 / 607 17 67 |
Die
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