|
|
|
|
|
Kinderhoroskope Teil I
Von Christina Pfingsten und Christa Wagner
Kennen Sie das auch? Kaum ist ein Kind geboren, schon wird es einem nahen Familienmitglied »zugeteilt«, ist ganz der Vater, ganz die Mutter oder genau wie Onkel Klaus. Die Gefahr die dahinter lauert heißt: Man sieht nur, was man kennt.
Sollte man dieser Tendenz, sich ein Bild zu machen, durch das Horoskop noch weitere Bausteine hinzufügen? Wir wollen in einer Reihe von Artikeln aufzeigen, daß eine liebevolle und kompetente Deutung eines Kinderhoroskops den Eltern, die das Kind ja stets nur aus ihrer eigenen Perspektive sehen, eine Hilfe dabei sein kann, die Unterschiedlichkeit und Eigenart des Kindes zu erkennen und zu fördern. Die Beschäftigung mit Kinderhoroskopen, wie wir sie verstehen, kann die Beteiligten ermutigen, auch das in der Familie Ungewohnte, Unvertraute wahrzunehmen und hierin sehen wir einen großen Nutzen für alle Beteiligten. Zweifellos ist im Umgang mit Kinderhoroskopen besondere Vorsicht geboten: das Kind ist ja nicht Auftraggeber oder Adressat der Horoskopbesprechung, das heißt, hier wird über einen Menschen gesprochen, der zudem viele Facetten seines Wesens noch nicht ausgebildet hat, dafür aber extrem formbar und beeinflußbar ist.
Aber hierzu ist anzumerken, daß weder das konkrete Schicksal des Kindes noch das objektive Verhalten der Eltern aus dem Horoskop abgelesen werden können.
Vielmehr offenbart das Geburtsbild die Bedingungen, die dieses spezielle Kind braucht, um sich gemäß seiner Anlagen zu sich selbst (und nicht zu Onkel Klaus) zu entwickeln und durch welche Brille, welche Raster es seine Eltern und seine gesamte Umwelt wahrnimmt. (Seine Reaktionen erfolgen ja aufgrund seiner Wahrnehmungen, nicht aufgrund irgendeiner hypothetischen Realität!).
In einem späteren Teil werden wir außerdem aufzeigen, wie sich das Wechselspiel zwischen dem Kind und seinen Bezugspersonen im Horoskop darstellt, und wie die Beteiligten »Akteure« mit widersprüchlichen oder anstrengenden Anlagen umgehen lernen.
Bleiben wir aber zunächst bei den allerersten Bedürfnissen, die ein Kind mitbringt: Von herausragender Bedeutung ist in den ersten Lebensmonaten und -jahren die Stellung des Mondes, die uns anzeigt, auf welche Reize das Kind ganz besonders reagiert und was es braucht um seine Grundbedürfnisse nach Geborgenheit und Zugehörigkeit zu befriedigen. Gemäß den Elementen lassen sich vier verschiedene Grundlagen beschreiben:
Das Kind mit einem Feuermond (Mond in Widder, Löwe oder Schütze) erfordert viel Aufmerksamkeit und liebt es, wenn sich seine Bezugspersonen aktiv mit ihm beschäftigen (es soll einfach immer was los sein!), dann fühlt es sich wohl und verträgt auch eine lebhafte oder sogar unruhige Umgebung recht gut. Findet es zuwenig Beachtung, wird es dies lautstark zum Ausdruck bringen.
Dagegen wirken Kinder mit dem Mond in Erde (also Stier, Jungfrau, Steinbock) recht gegensätzlich, nämlich ruhig und bedächtig. Quirlige Aktivität würde bei einem Erdmond-Kind auf Ablehnung stoßen, da es mehr nach der ruhigen Anwesenheit eines geliebten Menschen verlangt. Dabei muß sich die Bezugsperson nicht dauernd aktiv mit dem Kind beschäftigen, Hauptsache sie befriedigt sein Bedürfnis nach Körperkontakt in ausreichendem Maße. Denn für ein Kind mit dem Mond in Erde ist es noch wichtiger als für andere, oft berührt und gehalten zu werden.
Das Kind mit dem Mond in einem Luftzeichen (Zwillinge, Waage, Wassermann) dagegen will unterhalten werden und reagiert schon früh auf Ansprache, wie überhaupt auf alles, was seiner Neugierde entgegenkommt. Es will Kontakt und Austausch mit der Umgebung. Hören und Sehen sind besonders wichtig und daß jemand da ist, ist ihm bedeutsamer als wer da ist.
Als am schwierigsten für die Eltern gelten Kinder mit einem Wassermond (Mond in Krebs, Skorpion oder Fische), da sie wie Seismographen auf alle Gefühle in ihrer Umwelt, also auch auf die unterschwelligen und unbewußten reagieren. Wichtiger als das was Vater und Mutter für sie tun ist, wie diese sich dabei fühlen! Sie brauchen Bezugspersonen, die ihre eigenen Gefühle, die »guten« wie die »schlechten«, kennen und offen zu ihnen stehen.
Mit fortschreitender Entwicklung kommen immer mehr Horoskopfaktoren hinzu. Das Prozeßhafte ist in der Betrachtung des Kinderhoroskops wichtiger als die Zuschreibung fertiger Eigenschaften. In der Folge werden wir unterschiedliche Wahrnehmungsstrukturen des Kindes kennenlernen und auf die Rollen der an seinem Wachstumsprozeß beteiligten Bezugspersonen eingehen.
Literatur: Verena Bachmann: Das Kinderhoroskop, in: Astrologie Heute, Nr. 37, 1992
Christina Pfingsten und Christa Wagner, astrologieBüro Kalleby, Tel. 04632-8587, Fax 8586, Kalleby10@t-online.de
|
|
|
im Überblick
|
|