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September / Oktober 2001

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Magen- und Darmprobleme natürlich behandeln
Tips zur naturheilkundlichen Behandlung von Magen- und Darmproblemen

Von Eva Lackner



Manchmal ist das Essen zu üppig. Manchmal schlägt Streß auf den Magen. Manchmal ist man buchstäblich »sauer«. Manchmal muß man etwas Unverträgliches schlucken. Manchmal gibt es Nachrichten, die man erst einmal »verdauen« muß. Aber betroffen ist immer der Verdauungstrakt. Am wohlsten fühlen wir uns, wenn wir nicht einmal spüren, daß wir einen Magen-Darm-Kanal besitzen. Sobald er sich meldet, ob mit Völlegefühl oder Verstopfung, Übelkeit und Durchfällen, Blähungen und Auftreibungen, stimmt mit dem ganzen System etwas nicht. Das Wohlbefinden kommt aus dem Inneren, und schon die Ärzte der Antike wußten: »Der Tod sitzt im Darm!«

Eben dort entscheidet sich ja, wie gut oder schlecht unsere Speisen aufgeschlossen und verwertet werden. Nahrungsaufnahme bedeutet letztlich ja Energie- und Rohstoffgewinnung. Eine schlechte Verwertung von Nahrungsmitteln bedeutet somit auch eine schlechte Ausnutzung der zugeführten Kalorien, und das bedeutet, daß die zugeführte Energie nicht optimal genutzt werden kann. Durch mangelhafte Ausnutzung der Speisen bekommt der Körper aber nicht die Rohstoffe, die er als Bausteinchen für seine Gesunderhaltung benötigt. Der Energieverlust bedingt dann häufig Schlappheit, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit. Fehlende Rohstoffe werden sichtbar durch einen fahlen Teint, glanzlose Haare, brüchige Fingernägel oder entzündetes Zahnfleisch. Auch für das Immunsystem spielt der Magen-Darm-Trakt eine wichtige Rolle. Schließlich müssen die Keime abgetötet werden, die mit der Nahrung in das Verdauungssystem gelangen. Im Magen werden schädliche Bakterien durch ein Säurebad vernichtet. Die Darmflora mit ihren körpereigenen Darmbakterien sorgt dafür, das sich keine körperfremden Bakterien, Pilze oder Mikroorganismen ansiedeln können. Am Ende dann müssen Unverbrauchtes, Unverdauliches und Stoffwechselrückstände auch wieder ausgeschieden werden.

Wenn also ganz lapidar von »Verdauung« gesprochen wird, ist eigentlich ein sehr komplexes Geschehen gemeint. Das Zusammenspiel von Nahrungsaufnahme, Verwertung, Ausscheidungsvorgängen und dem Immunsystem, wird durch das Nervensystem gesteuert. In jüngster Zeit wurde entdeckt, daß der Mensch zu diesem Zweck tatsächlich über ein zweites Gehirn im Bauch verfügt, das sogenannte Bauchhirn. Es überwacht die Koordination aller Stoffwechselvorgänge, und es meldet darüber hinaus ständig an das Kopfhirn, wie es um das allgemeine Wohlbefinden bestellt ist. Es gibt also in der Tat das berühmte »Bauchgefühl«. Wir sehen also, das es tatsächlich Mißverständnisse gibt, die einem sauer aufstoßen können und seelischen Ballast, der wie ein Stein im Magen liegt. Auch kommen Übelkeit oder Durchfälle nicht nur vom verdorbenen Essen, sondern entstehen auch, wenn das Herz vor Angst oder Nervosität in die Hose rutscht.

Trotzdem suchen wir bei Störungen der Verdauung vor allem nach medizinischer Abhilfe. Zu sehr scheint die Lebensqualität gemindert, wenn der Bauch schmerzt. Und er schmerzt bei Magenschleimhautentzündungen und Sodbrennen, wenn die aggressive Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Er schmerzt bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, wobei die Übersäuerung des Magens oft als Begleitsymptom auftritt. Er schmerzt bei einem Zwerchfellbruch, bei dem sich das Magendach in den Brustraum schiebt. Er schmerzt bei übermäßiger Nahrungsaufnahme und Genußmittelmißbrauch. Er schmerzt bei Infekten und Funktionsstörungen von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse, was sich durch Blähungen, Aufstoßen, Verstopfungen, Durchfällen oder gar chronischen Entzündungen bemerkbar machen kann.

Gegen Sodbrennen und Magenbeschwerden durch Übersäuerung hilft oft eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten: kleine Mahlzeiten in Ruhe eingenommen, sorgfältiges Kauen kleiner Bissen, Vermeidung von Fettem, Süßem, scharf Gewürztem sowie Kaffee, Nikotin und harten Schnäpsen. Frisch zubereiteter Kartoffelsaft vor jeder Mahlzeit ist sehr gut in der Lage, Säure zu neutralisieren. Dazu wird eine frische Kartoffel gerieben, die Masse ausgepreßt und der Saft mit der dreifachen Menge warmen Wasser verdünnt. Das Gegenteil, ein mangelnder Fluß von Verdauungssäften, läßt sich mit Tee aus Tausendgüldenkraut behandeln, der allerdings sehr bitter ist. Bei leichten Bauchschmerzen, wie sie oft auch den Anfang von grippalen Infekten begleiten, wirken warme Wickel (etwa eine Wärmflasche mit einem Handtuch umwunden) oft Wunder, auch der bekannte Kartoffelwickel lindert Schmerzen oft nach kurzer Zeit. Kräuterteemischungen aus Fenchel, Kamille, Anis, Kümmel, Pfefferminze, Melisse, Scharfgarbe oder Tausendgüldenkraut helfen rasch.

Magengeschwüre und Schleimhautentzündungen werden einer Infektion mit dem Erreger helicobacter pylorum zugeschrieben und erfordern eine ärztliche Behandlung. Der Gebrauch von Schmerzmitteln wie Aspirin und Rheumamitteln verschlimmert Magenentzündungen in der Regel. Der Frischpflanzenextrakt von Engelwurz (Angelika archangelica) wirkt sehr gut bei schlechter Verdauung, Appetitlosigkeit und Reizzuständen der Magenschleimhaut sowie Krämpfen. Gegen Blähungen sowie gereizte Magen- und Darmschleimhäute hilft Bärlauch, der im Frühjahr frisch zu finden ist und den man als Salat, Gewürz oder gedämpftes Gemüse zu sich nehmen kann und Beschwerden günstig beeinflußt.

Darmträgheit hat seine Ursache meist in mangelnder Zufuhr von Ballaststoffen, sitzender Lebensweise und Bewegungsmangel, aber auch in einer zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. Zwei Liter Flüssigkeit pro Tag sollten schon sein, und Ballaststoffe in Form von Leinsamen, Müsli, Haferflocken oder Weizenkleie bringen den Darm auf Trab. Häufiger Gebrauch von Abführmitteln ist langfristig gesehen eher schädlich als nützlich. Akute Verstopfungen löst man durch Abführtee aus Sennesblättern, Fenchel, Kamille und Pfefferminze. Molke gehört zu den klassischen Fitmachern für den Darm. Schon im 18. Jahrhundert gab es die gesundheitsfördernden Molkekuren im Appenzeller Land. Molke hilft gegen Übersäuerung und beim Abbau von Depotfetten, sie regt die Leberfunktion an, entlastet den Verdauungsapparat, fördert den Stoffwechsel, verbessert die Darmflora und schafft somit optimale Bedingungen für die Tätigkeit des Verdauungstraktes. Molke oder Milchserumkonzentrat wird durch Vergärung aus Molke gewonnen. Es enthält weder Eiweiße noch Fette, dafür aber viele wertvolle, entsäuernde Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, und Magnesium und hemmt die Ausbreitung schädlicher Keime durch Begünstigung der Darmflora.

Zur allgemeinen Verbesserung der Verdauung und der Entschlackungsfunktionen mischt man einen Teil Milchserumkonzentrat (Molkosan) mit zehn Teilen Fruchtsaft und genießt diesen Power-Drink täglich.

Bei all diesen natürlichen Hilfen sollten wir jedoch nicht vergessen, daß unseren Gedanken und Gefühle eine immense Bedeutung für das Geschehen im Magen und Darm haben. Seelische Ausgeglichenheit mit einer gesunden Ernährung und streßfreien Lebensweise wäre eigentlich die optimale Verdauungshilfe - aber in unserer modernen Zeit eher Wunsch als Wirklichkeit. Insofern ist eine ausgewogene Ernährung gepaart mit regelmäßiger Magen- und Darmpflege eine dringende Empfehlung.

Lackner, Heilpraktikerin, Tel. 0 43 21/52 29 30

     
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