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Alte Muster - Neue Aufgaben
Die Mondknoten als Entwicklungsachse, Teil II
Von Christina Pfingsten und Christa Wagner
Im Mai/Juni-Heft des NordStern hatten wir im ersten Teil des Artikels über die Mondknoten geschrieben: Die beiden Mondknoten, der aufsteigende < und der absteigende > liegen sich im Tierkreis immer genau gegenüber und bilden die Mondknotenachse, sie gilt als Wegweiser für den karmischen Entwicklungsschritt dieser Inkarnation.
Die Mondknoten bewegen sich rückwärts durch den Tierkreis und verweilen dabei etwa anderthalb Jahre in einem Zeichen, daher gilt für sie dasselbe wie für alle langsam laufenden Horoskopfaktoren: individuelle Aussagen erhalten wir erst aus der Betrachtung ihrer Hausposition. Die Hausposition des aufsteigenden < zeigt an, in welchem Bereich unsere weiteren Entwicklungschancen liegen, die des absteigenden > gibt an, wo wir an alten Mustern festhalten, obwohl sie uns nicht mehr weiterbringen.
Das »Woher komme ich - wohin gehe ich?« gemäß der Mondknotenachse:
Achse erstes Haus / siebtes Haus (Widder/Waage)
Mit dem aufsteigenden Mondknoten im ersten Haus ist es unsere Aufgabe uns als eigenständige Person zu definieren und zu profilieren, unabhängig von den Reaktionen anderer klare und verlässliche Standpunkte zu beziehen, generell uns und unsere Bedürfnisse ernst zu nehmen. Dabei gilt es, die zwanghafte Überanpassung an die Bedürfnisse unserer Umgebung zu überwinden (absteigender > in Haus VII / Partnerschaftshaus). Zu lange und zu sehr haben wir uns nach den Meinungen und Wünschen der anderen gerichtet, haben geglaubt, ohne Beziehung ein Niemand zu sein, das Gegenüber für die eigene Selbstbestätigung zu brauchen. Paradoxerweise ergibt sich häufig erst wenn wir diesen Schritt hin zum ersten Haus bewältigt haben eine befriedigende Partnerschaft.
In umgekehrter Richtung verläuft der Entwicklungsprozess, wenn sich der aufsteigende Mondknoten im siebten Haus und der absteigende Mondknoten im ersten Haus befinden. Hier kommt der Mensch von einer ganz auf sich selbst zentrierten Wahrnehmung her, definiert die Welt aus seiner Ich-Perspektive (Haus I) und soll lernen, sein Gegenüber wirklich wahrzunehmen, nicht nur durch die Brille eigener Wünsche und Projektionen, kurz: partnerschaftsfähig werden.
Achse zweites Haus / achtes Haus (Stier/Skorpion)
Mit dem aufsteigenden Mondknoten im zweiten Haus, dem Haus des Besitzes, der materiellen und immateriellen Werte und Gaben, ist es unsere Aufgabe, finanzielle und emotionale Unabhängigkeit zu erreichen und uns auf unsere eigenen Talente und Ressourcen zu besinnen. Dabei gilt es, die Neigung, durch Inanspruchnahme fremder Mittel oder durch Manipulation anderer Macht, Erfolg und Einfluss zu gewinnen, (absteigender > im achten Haus) zu überwinden.
Umgekehrt führt der Entwicklungsweg mit dem aufsteigenden Mondknoten im achten Haus aus einer zu starken Absicherung und Verhaftung an den eigenen Besitz (Haus II) heraus und soll Mut machen, die Sicherheit des »Eigenen« zu verlassen, Risiken einzugehen und Veränderungen durch andere und mit anderen zuzulassen. Sowohl im Bereich gemeinsamer Projekte und Geschäfte als auch in der Sexualität gilt es, sich ohne die Angst, sich zu verlieren, auf jemand anderen einzulassen.
Achse drittes Haus / neuntes Haus (Zwillinge/Schütze)
Der aufsteigende Mondknoten im dritten Haus stellt die Aufgabe, auch die einfachen, konkreten Dinge des täglichen Lebens objektiv zu betrachten und nicht als Banalitäten abzutun. Sich neugierig und unvoreingenommen mit Detailwissen zu beschäftigen und nicht nur seine höhere Philosophie (Haus IX) zu verkünden, in der Überzeugung, man habe von allem das »richtige« Verständnis.
Der aufsteigende Mondknoten im Neunten dagegen beinhaltet die Aufforderung, wieder einen Blick für das Ganze, den Sinn zu entwickeln und sich nicht weiter in der Ansammlung von Fakten zu verlieren (Haus III). Der Mut zur eigenen Meinung und Überzeugung ist gefragt, anstatt hinter objektiver Berichterstattung zu verbergen, dass man sich nicht für einen eigenen Weg entscheiden kann.
Achse viertes Haus / zehntes Haus (Krebs/Steinbock)
Der aufsteigende Mondknoten im Vierten fordert zur Pflege der eigenen Wurzeln auf, das bedeutet auch eine Hinwendung zum eigenen Innenleben, es betrifft die Familie, die Privatsphäre, kurz alles, was uns Geborgenheit gibt. In den Hintergrund treten kann der Drang nach Ansehen und Prestige durch berufliche Leistungen (> in Haus X).
Anders liegen die Dinge, wenn der aufsteigende Mondknoten sich im zehnten Haus befindet. Die ständige Beschäftigung mit emotionalen Befindlichkeiten (> in Haus IV) lässt einen berufliche Herausforderungen meiden. Die Aufgabe besteht hier darin, den vertrauten Rahmen zu verlassen, und durch berufliche Verantwortung seinen Platz in der Gesellschaft zu übernehmen.
Achse fünftes Haus / elftes Haus (Löwe/Wassermann)
Der aufsteigende Mondknoten im fünften Haus stellt einen vor die Aufgabe sich in seiner Eigenart zu zeigen, schöpferisch tätig zu sein und im Mittelpunkt stehen zu können. Denn der absteigende > im Elften deutet an, dass eine starke Orientierung an Gruppen und Freundeskreisen vorhanden ist, und das Individuum das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung dem Wunsch nach Zugehörigkeit unterordnet.
Mit dem aufsteigenden Mondknoten im Elften kommt der Mensch aus dem eigenmächtigen Fünften, es ist ihm selbstverständlich, beachtet zu werden, im Mittelpunkt zu stehen, wichtig zu sein. Jedoch führt die permanente Selbstdarstellung den Menschen eher von den anderen weg, als dass diese sich um ihn wie um einen strahlenden Mittelpunkt scharen würden. Zeit zur Umkehr, denn es geht darum, zu lernen, sich in eine Gemeinschaft einzugliedern, Teamgeist zu entwickeln und seine Kreativität für gemeinschaftliche Ziele einzusetzen.
Achse sechstes Haus / zwölftes Haus (Jungfrau/Fische)
Mit dem aufsteigenden Mondknoten im sechsten Haus sind wir aufgefordert, unseren Platz in der Alltagswelt zu finden und verlässlich einzunehmen. Es geht hier um praktische Lebensbewältigung und die Akzeptanz der eigenen Begrenztheit. Die Versuchung des absteigenden > im zwölften Haus besteht darin, auf der Suche nach dem Paradies, der Erleuchtung den täglichen Anforderungen ängstlich auszuweichen.
Der aufsteigende Mondknoten im zwölften Haus dagegen ruft uns aus der strukturierten Strenge der Alltagsbewältigung in den Bereich der Spiritualität, in eine innere Welt der Träume und Phantasie. Hier sollen wir lernen, jenseits der nützlichen Geschäftigkeit unsere Sehnsucht nach der Stille, nach Einheit und Ganzheit wahrzunehmen und zu erfüllen.
Christina Pfingsten und Christa Wagner, astrologieBüro Kalleby, Tel: 04632-8587, kalleby10@t-online.de
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im Überblick
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