Licht und Schatten der Esoterik
Unaufgefordert landete dieses Buch in unserer Redaktion und wäre anders auch wohl nicht dort hingelangt. Zu zwiespältig und teilweise hanebüchen sind die Ansichten des Autors.
Das Werk versteht sich als kritische Orientierungshilfe für den Esoterikbereich aus christlicher Sicht. Einige Teile sind auch wirklich lesens- und empfehlenswert. Besonders das Kapitel über die Theosophie beindruckt, weil der Autor Rudolf Passian anhand seines umfangreichen Quellenmaterials die satanistische Ausrichtung der Theosophie eindeutig belegen kann und die Lehre von den aufgestiegenen Meistern als für die Leichtgläubigen ausgedacht, entlarvt. Seine Kenntnis von Originalquellen ist phänomenal und bewundernswert.
Völlig daneben sind dagegen Passagen, in denen er regelrecht Geifer verspritzt gegen die moderne Kunst, emanzipierte Frauen, Rock ‘n’ Roll und Drogen als Werkzeuge Satans um die Jugend zu verführen, die 68er-Rebellion, Wirtschaftsführer und Weltbank als Teufelsanbeter. Wenn er dann noch von der Überflutung des christlichen Abendlandes durch Millionen Moslems als Teil eines satanischen Masterplans schwadroniert und genüsslich eine ganze Seite bestialische Folter- und Mordszenen von Russen an Deutschen schildert um die Nazi-Verbrechen zu relativieren, hat man wirklich die Nase voll. Dies hat in keinster Weise mehr etwas mit »christlicher Orientierungshilfe« zu tun.
Rudolf Passian: Licht und Schatten der Esoterik, 412 Seiten, Euro (D) 15,-, ISBN 3-87667-250-3, Reichl Verlag |