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November / Dezember 2003 |
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Der NordStern Online-Ausgabe |
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Ayurveda und der Tagesablauf
Die Basislehre des Ayurveda sagt, dass jegliches Leben die 5 Elemente beinhaltet: Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Denken Sie zum Beispiel an Steine und an Kreide. Beide sind in der Erde verborgen. Mit dem Fingernagel hinterlassen Sie in der Kreide Spuren, wenn Sie darin bohren, im Stein nicht. Das liegt daran, dass die Elemente in unterschiedlicher Zusammensetzung in den Materialien vorhanden sind.
Mit der Konstitution des Menschen ist es genauso. Im Ayurveda wird die Konstitution Prakruti genannt und durch die drei Doshas: Vata, Pitta und Kapha vertreten. Die Grundkonstitution eines Menschen ist von Geburt an festgelegt und nicht veränderbar. Die Doshas weisen gewisse Eigenarten und Eigenschaften auf. Betrachten wir einmal das Dosha Vata. Vata steuert alle Körperbewegungen und Geistestätigkeiten, den Blutkreislauf, die Atmung. Vata ist leicht, fein, beweglich, trocken, kalt, rau und alles durchdringend, wie die Grundelemente Luft und Äther, von denen er abstammt. Wenn Menschen, mit einer überwiegenden Vata-Konstitution, exzessiv Sport betreiben und das regelmäßig, werden sie ihr Vata erhöhen und das Grundgleichgewicht stören. Wie wir essen, schlafen, arbeiten oder unsere Freizeit verbringen, alles hat Einfluss auf das Gleichgewicht der Doshas. Wenn wir unsere Doshas in ein Ungleichgewicht bringen, fühlen wir uns nicht wohl. Ein dauerhaftes Ungleichgewicht wird zu Krankheiten führen. Eine Rückkehr zum Gleichgewicht unserer Grundkonstitution kommt nicht von heute auf morgen. Von lieb gewonnenen Gewohnheiten abzulassen kann ganz schön schwierig sein. Beginnen Sie in kleinen Schritten. Wenn Sie gemerkt haben, wie gut Ihnen die Änderung tut, machen Sie den nächsten Schritt automatisch. Der Tag in Zeitabschnitten Ayurveda teilt den Tag in verschiedene Zeitabschnitte auf, die den bestimmten Doshas und deren Eigenschaften und Eigenarten zugeteilt sind. Die Zeitspannen zeigen auf, wann ein Dosha das Gleichgewicht beeinflussen kann durch das , was wir tun. Um bei unserem Vata-Beispiel zu bleiben, würden wir unser Vata noch zusätzlich erhöhen, wenn wir intensiv Sport in der Zeit von 14 bis 18 Uhr betreiben würden. Eine Vata-Störung wäre vorprogrammiert. Ihr morgendlicher Rhythmus sieht vielleicht so aus, dass der Wecker klingelt und Sie mit beiden Füßen aus dem Bett springen. Duschen, Zähne putzen gehören zur täglichen Routine, der kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird, gegessen wird zwischen Tür und Angel. Alles geschieht in Hetze. Um gesünder und im Sinne eines ayurvedischen Tagesrhythmus zu leben, müssten Sie etwas früher aufstehen. Die Änderung, die am meisten Ihre Gewohnheiten beeinflusst, ist die, Ihren morgendlichen Rhythmus dem des ayurvedischen anzugleichen. Wie sieht der Tagesrhythmus aus? Bleiben Sie nach dem Aufwachen noch ein wenig liegen. Das Aufwachen sollte morgens in der Vata-Zeit liegen. Schlafen Sie aber bitte nicht wieder ein, sondern spüren Sie in Ihren Körper und in Ihre Haltung für den beginnenden Tag. Denken Sie an alle Ebenen Ihres Seins, an Ihre Rolle in der Schöpfung. Beginnen Sie den Tag mit freundlichen Gedanken vor allem sich selbst gegenüber, egal was Sie heute erwartet. Erinnern Sie sich, dass Sie sich lieben und achten. Danken Sie dem Universum für alle Wunder und Segnungen. Seien Sie bewusst. Reiben Sie die Handflächen aneinander und halten Sie sie über Ihr Gesicht. Spüren Sie der Energie nach. Diese kleine Übung hilft Ihnen mehr auf Ihr Innerstes zu hören. Stehen Sie jetzt auf und gehen ins Badezimmer. Begrüßen Sie Ihr Spiegelbild mit einem kleinen Lächeln. Sie werden es nicht für möglich halten, aber dieses sich selbst anlächeln hebt Ihre Stimmung, sollten Sie doch einmal mit „dem linken Fuß“ aufgestanden sein. Morgens widmen Sie sich Ihren natürlichen Bedürfnissen, damit Sie nicht mit dem Abfall von gestern in den Tag starten. Kratzen Sie mit dem Zungenschaber den Belag von Ihrer Zunge. Das Verdauungssystem und die mit der Zunge verbundenen feinstofflichen Kanäle werden dadurch angeregt. Wenn Sie einen weißlichen Belag sehen, ist das ein Hinweis auf falsche Ernährung die zu schädlichen Ablagerungen im Körper führt. Putzen Sie nun Ihre Zähne. Bei Paradontose hilft eine Massage des Zahnfleisches mit dem mit Sesamöl beträufelten Finger. Sie können aber auch einen kleinen Schluck Sesamöl in den Mund nehmen und das Öl kräftig durch die Zahnzwischenräume drücken. Spucken Sie das Öl wieder aus, bitte nicht hinunterschlucken. Reinigen Sie Ihre Nase. Halten Sie jeweils ein Nasenloch geschlossen und atmen Sie durch das geöffnete Nasenloch tief ein und aus. Gegen das Austrocknen der Schleimhäute hilft ein kleiner Tropfen Sesamöl, den Sie vorsichtig mit dem kleinen Finger auf die Naseninnenseiten auftragen. Gerade in dieser Jahreszeit, wenn die Heizperiode für trockene Raumluft sorgt, ist es besonders wichtig, die Nasenschleimhäute geschmeidig zu halten. Abgesehen davon ist man nicht so anfällig für Infekte. Ölen Sie Ihre Haut mit einem für Ihren Dosha-Typ geeignetem Öl ein. Sonnenblumenöl wäre zum Beispiel für Pitta gut. Nehmen Sie eine heiße oder warme Dusche. Ihren Körper waschen Sie dabei nur mit warmem Wasser. Heißes Wasser beeinflusst negativ. Jetzt ist die Zeit für ein paar leichte Dehnübungen um den Körper beweglich zu halten. Danach gönnen Sie sich noch ein wenig Ruhe für eine Meditation. Kleiden Sie sich an und wählen Sie die Farben bewusst. Farbe beeinflusst die Doshas, selbst Schmuck tut es. Ab zehn Uhr beginnt die Pitta-Zeit. Ihr Körper bereitet sich auf die Verdauung vor, indem vermehrt Verdauungssäfte produziert werden. Zwischen 12 und 13 Uhr sollten Sie Ihre Hauptmahlzeit essen, nämlich dann, wenn das Verdauungsfeuer am größten ist. Das Verdauungsfeuer wird übrigens auch durch Gewürze sehr positiv beeinflusst. Löschen Sie es nicht, in dem Sie kalte Getränke trinken denn dadurch wird die Verdauung gestört. Wenn Sie abends nach Hause kommen, nehmen Sie keine Arbeit in Ihr häusliches Umfeld mit. Sollten Sie nicht abschalten können, duschen Sie sich den Stress ab, ziehen sich andere Kleidung an und meditieren Sie zehn bis fünfzehn Minuten. Bereiten Sie Ihr Abendessen mit Genuss vor und konzentrieren Sie sich auf das, was Sie essen. Ihre Mahlzeiten nehmen Sie bitte nicht zu spät ein, damit die Speisen bevor Sie zu Bett gehen verdaut sind. Zwischen essen und schlafen gehen sollten mindestens zwei Stunden liegen. Essen Sie keine schweren Speisen und stimmen Sie die Ernährung auf Ihren Dosha-Typ ab. Nach dem Essen gehen Sie spazieren oder praktizieren Yoga. Werden Sie nicht hyperaktiv. Die Kapha-Zeit von 18 - 22 Uhr soll den Körper auf den Schlaf vorbereiten. Vata-Typen brauchen viel Schlaf und einen geregelten Tagesablauf. Pitta-Typen kommen mit weniger Schlaf aus. Kapha-Typen, sollten wenig schlafen. Zuviel Schlaf erhöht Kapha und bringt es damit aus dem Gleichgewicht. Auf keinen Fall sollten Kapha-Typen während des Tages schlafen, auch wenn sie gern und viel schlafen wollen. Im ayurvedischen Tagesablauf wird dem Geist, der Seele und dem eigenen Körper Zeit gewidmet. Zeit, die für die eigene Gesundheit dringend notwendig ist. Evelyn Böttger, Telefon: 04553-98 98 87 |
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