Ausgabe
Januar / Februar 2005
Aktueller Artikel Artikelübersicht
 
Reise zu sich selbst
Wo sitzen sie?
In dem Hamsterrad oder ruhig an der Nabe des Rades?
Warum bin ich steckengeblieben in meiner Entwicklung?
Von Ute Havemann


Warum bin ich steckengeblieben in meiner Entwicklung? Dieses ist eine Frage, die ich oft höre und ich werde als Antwort unter anderem auch von meiner persönlichen Erfahrung sprechen, da auch ich manchmal geglaubt habe steckengeblieben zu sein. Ich möchte Ihnen gern eine andere Weise des Sehens vorzustellen.

Stecken geblieben zu sein ist eine Wahrnehmung, eine Vorstellung, die wir haben. So scheint es, das wir nicht zu unserem erwarteten Bestimmungsort gehen können. Diese Erwartungshaltung ist einer der Schlüssel zu dieser Situation. Wir denken, dass wir irgendwo fest sitzen. Aber sitzen wir wirklich fest? Oder ist es nur unsere Sichtweise?

Ich denke nicht, das es möglich ist, vollständig stehen zu bleiben. Manchmal muss man stehen bleiben, um die Landschaft zu betrachten, weil es etwas gibt, das wichtig ist zu sehen. Eine Energie zu erkennen, Zeit um sich selbst zu entdecken, zu überprüfen, nach innen zu gehen. Wenn unser Fokus auf den Weg oder die Reise gerichtet ist, werden wir sagen, warum geht es hier nicht weiter?

Aber ein Teil der Reise ist es zu erkennen, wo wir vorüber gehen. Die Weisheit der Tiere, Kinder und Pflanzen in unserer Nähe zu sehen. Wir stoppen, weil es nötig ist, von diesem Platz aus zu beobachten und zu lernen. Wenn wir also innehalten, werden wir ausgerüstet sein, um zur nächsten Station zu gehen. Wenn Sie auf eine Reise gehen und über Nacht einkehren, werden Sie auch Ihre Tasche auspacken, abrechnen und etwas essen. So ist es mit der Reise des Lebens, wir stoppen für kurze Zeit, um etwas zu lernen oder zu adsorbieren. Sind wir bereit, packen wir unsere Tasche ein und ziehen weiter.

Wenn Sie glauben, aus irgendeinem Grund auf Ihrer Lebensreise gestoppt zu haben, schauen sie sich um. Überprüfen sie, welche Lektionen Sie dort benötigt haben um weiter zu kommen. Vielleicht ist es Zeit zu stoppen, um zu sehen wer in ihrer Nähe ist. Und sich ihr oder ihm oder ihnen anzuschließen. Auf dieser Reise braucht man nicht allein zu sein.

Wenn sie sich blockiert fühlen, schauen sie sich um, verbinden sie sich mit der Energie des Ortes an dem sie sind. Die Energie wird ihnen dann erzählen, warum Sie hier sind, das dieses gegebenenfalls Ihre Kreation ist und wird ihnen helfen zu verstehen, wie es dazu kam.

Ich weiß, wie frustrierend dieses sein kann! Zu fühlen das nichts geschieht und jeder scheinbar glücklich ist. Da fragt man sich, was passiert ist? Was habe ich falsch gemacht? Anstatt sich nur kritisch zu überprüfen, was dazu führte, was geschah, sollten sie auch schauen was sie richtig gemacht haben und diese Fähigkeiten mehr verinnerlichen. Dies ist auf ihrer Reise nötig, um den Weg weiter zu gehen. Vergessen sie die Leute um sich herum. Sie werden anhalten, wenn es für sie wichtig ist stillzustehen, sich umzudrehen und auszuruhen. Das Leben ist kein Rennen!

Es geht darum eins zu sein in unserem Zentrum und miteinander zu teilen. Wenn wir voreinander weg laufen, können wir uns nicht finden und sehen. Anzuhalten hilft uns, uns wieder anzuschließen und sich zugehörig zu fühlen.
Dies löst aber noch nicht das Gefühl, dass es notwendig wäre etwas zu tun, etwas zu sein und etwas zu vollenden. Auf dieser Reise des eigenen Findens, kommen sie nicht unbedingt darüber zum Ziel. Sie werden vielleicht sagen, mir fehlt etwas im Innern und ich kann es nicht finden. Es ist ein unbestimmtes Gefühl, Stecken geblieben zu sein. Was Sie suchen, sind sie selbst. Es ist die Reise, der Weg durch den wir uns selbst finden sollen und warum wir hier sind.

Es ist eine lohnende Reise, aber hektische Betriebsamkeit bringt uns nicht unbedingt weiter. Viele verschiedene Sachen zu lernen, sind gegebenenfalls nur Techniken und Werkzeuge auf unserem Weg. Es geht erst einmal darum zu sein und nicht zu tun. Wir fühlen uns steckengeblieben, wenn wir viel tun und nicht näher an das kommen, was wir uns so sehr wünschen. Manchmal benötigen wir eine Pause, um nur zu sein, zu schauen, zu hören, zu riechen, zu fühlen, zu schmecken, uns wieder zu verbinden mit anderen. Wenn wir zu beschäftigt sind, in unserem häufig hektischen Alltag können wir dies nicht. So ist es oftmals wichtig auf dieser Reise gar nichts zu tun. Diese Zeiten sollten geschätzt und nicht vermieden werden.

Es geht eher darum, den Blick zu verschieben, diese Zeit zu begrüßen und zu schauen, wo bin ich nicht im Sein, wo kann ich mich noch mehr mit mir selbst verbinden. Wenn Sie schauen, finden Sie den Grund warum sie so fühlen und lassen von der Notwendigkeit los, sofort an das Ziel zu gelangen. In diesem Moment können Sie gut mit sich sein. Ich denke dies gibt Ihnen eine andere Perspektive, wie Sie Ihre Reise oder Ihren Weg wahrnehmen können.

Das tat es für mich. Vielleicht erlauben sie sich an einem Baum zu stoppen und ihn zu umarmen und wichtiger die liebevollen Leute zu umarmen, die ihre Reise und den Weg mit ihnen teilen. Dann können sie das Brot und das Wasser aus der Tasche heraus nehmen und teilen. Den weiteren Weg dann nicht hinter einander gehen, auch nicht voreinander, sondern gegebenenfalls Arm im Arm nebeneinander.

Dies bedeutet, wenn wir nur im Außen suchen, wird sich unsere Seele oder unsere Essenz leer anfühlen, dies gibt das Gefühl stecken geblieben zu sein. Viele denen wir begegnen, hinterlassen Eindrücke in unserem Leben, aber die Aufnahmemöglichkeit unserer Seele ist ernorm. Wir schauen jedoch häufig nur in kleinen Ecken unserer Seele nach und vermissen vieles und engen uns somit ein. Stecken geblieben zu sein, ist weniger eine körperliche Angelegenheit, als eine Emotionale. Mangel an Visionen, an Glaube und Vertrauen, Vertrauen in sich selbst. Wenn wir unseren Platz so begrenzen, ist er bald überfüllt und wir sehen alles mit einer Unschärfe oder Nebel. Dies passiert auch durch unsere Erwartungen. Bald kommen wir aus der Balance. Die Balance zu halten, bedeutet Kontakt zu der eigenen Quelle zu halten oder aufzubauen, die immer da ist. Dieses Zentrum ist sicher und offen, nicht wertend, ohne Grenzen. Nehmen sie sich Zeit um zu dem natürlichen Rhythmus zurück zu finden, ihren Rhythmus, zu atmen, sich selbst zuzuhören und auszudehnen, anstatt sich einzuengen.

Foto Ute Havemann Ute Havemann, 46, selbständig tätig seit Oktober 2000 in eigener Praxis für körperorientierte Psychotherapie. Erzieherin, Heilpädagogin, Dipl.-Sozialpädagogin und Dipl.-Sozialarbeiterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Seit 1996 Fortbildung in Energie- und feinstofflicher Heilarbeit und seit 2001 Studentin für schamanischer Heilungsarbeit bei Alexander S. Alich . Tel. 0431/77620,
info@reise-zur-ganzheit.de
www.reise-zur-ganzheit.de