logonordstern.jpg (11348 Byte) Juli/August 1999

Titel7899.jpg (4172 Byte)
Artikel
. NordStern online

Aktueller Artikel:

. Hauptseite.jpg (7954 Byte) impres.jpg (7937 Byte) markt.jpg (7353 Byte) sd.jpg (8477 Byte) klanz.jpg (8245 Byte) wmwas.jpg (8285 Byte) links.jpg (7268 Byte) archiv.jpg (7436 Byte)

Die hermetische Philosophie - eine alte Weisheitslehre

von Erika Wichmann

Seit meiner Schulzeit habe ich mich für Philosophie und die unterschiedlichen Religionen interessiert. Die Suche führte mich zur hermetischen Philosophie. Seither ist mir keine Weisheitslehre mehr begegnet, die die „Spielregeln des Lebens" so umfassend und in sich logisch darstellt.
Die hermetische Philosophie geht zurück auf Hermes Trismegistos – d. h. „Der dreimal große Hermes", der ein Weisheitslehrer in Ägypten war. Es wird vermutet, daß er ein Zeitgenosse Abrahams war und etwa 3000 Jahre vor Christi gelebt hat. Die Ägypter machten ihn zu einem ihrer Götter und nannten ihn Thot. Seine Lehren wurden jahrhundertelang nur mündlich – „von Lippe zu Ohr" – weitergegeben. Durch sie sollen einige östliche Religionen und auch das Christentum entscheidend beeinflußt worden sein. Anfang dieses Jahrhunderts wurde die Lehre erstmals in den USA veröffentlicht, von drei unbekannten Verfassern, die sich die „drei Eingeweihten" nannten. Auf Deutsch ist es unter dem Titel „Kybalion" im Akasha-Verlag erschienen.
Die Grundlage bilden die sieben hermetischen Prinzipien:

1. Das Prinzip der Geistigkeit
„Das All ist Geist, schöpferischer Geist. Die Erscheinungswelt ist eine geistige Schöpfung des Alls. Gottes Geist ist in allem. Der Geist selbst ist unerkennbar, kann aber als das eigentlich Schöpferische verstanden und gedacht werden." Der Geist erschafft die Materie.
Für das praktische Leben bedeutet es folgendes: Jeder Ereignisverlauf beginnt mit einem Gedanken. Unsere Gedanken- und Vorstellungskraft ist das Saatgut, aus dem unser Schicksal erwächst. Das gilt sowohl für bewußte als auch für unbewußte Denkprogramme. Je konstruktiver unsere Gedanken, Vorstellungen und Worte im Sinne unserer Ziele sind, um so positiver unterstützen sie ihre Verwirklichung.
Erfolg ist das, was aus dem Saatgut unseres Geistes „erfolgt", Zufall ist das, was mir aufgrund meiner inneren Einstellung „zufällt". Das wird aus den folgenden Prinzipien heraus noch deutlicher.

2. Das Prinzip der Entsprechung
Das Prinzip besagt, daß es zwischen den verschiedenen Ebenen des Seins und Lebens eine Entsprechung gibt, „wie oben, so unten, wie innen, so außen" oder anders ausgedrückt: „Wie im Himmel (Synonym für das nicht Sichtbare), so auf Erden (Synonym für das Sichtbare)".
Das heißt: Meine äußere Welt spiegelt die innere Welt wider. Wohnung, Freunde, Beruf, alles, was uns umgibt, sagt auch etwas über unser Inneres aus. Ich ziehe Menschen, Dinge und Situationen an, die meinem innersten Wesen entsprechen. Erst wenn ich in meinem Inneren aufräume, kann sich das Äußere verändern. Das gilt nicht nur für die Gedankenwelt, sondern besonders auch für die Gefühlsmuster.

3. Das Prinzip der Schwingung

„Nichts ist in Ruhe, alles bewegt sich, alles ist in Schwingung", so heißt es im Kybalion. Die hermetische Philosophie lehrt, daß jeder Gedanke, jede Erregung und jeder geistige Zustand ihre entsprechende Schwingung haben. Der Mensch hat die Möglichkeit, seinen Geist auf jede beliebige Stufe zu polarisieren und einzuschwingen, denn unser Gehirn schwingt auch in bestimmten Frequenzen. Ausdrücke wie „Wir sind auf einer Wellenlänge" machen das Prinzip im Alltag deutlich. Jeder kann nur das anziehen, was seiner derzeitigen Schwingung entspricht. So wie ich mit meinem UKW – Radio keine Mittelwelle empfangen kann, so zieht ein pessimistischer Mensch auch keine positiven Ereignisse an. Unsere Gefühle haben bestimmte Schwingungen, wobei die positiven, aufbauenden Gefühle wie Liebe, Hoffnung, Frieden oder Harmonie eine höhere Schwingung haben, als Haß, Neid, Eifersucht oder Wut. Je höher unsere Schwingungen sind, desto weniger können die niederen uns beeinflussen.

4. Das Prinzip der Polarität

Das vierte hermetische Prinzip besagt: „Alles ist zwiefach, alles hat zwei Pole, alles hat ein Paar von Gegensätzen; gleich und ungleich ist dasselbe; Gegenstände sind identisch in der Natur, nur verschieden im Grad; Extreme berühren sich; alle Wahrheiten sind nur halbe Wahrheiten; alle Widersprüche können miteinander in Eintracht gebracht werden."
Viele Gegenstände, Eigenschaften, Fähigkeiten, Bewertungen werden uns im Leben als ein Paar von Gegensätzen bewußt, z. B. Tag-Nacht, Ebbe-Flut, hell-dunkel, Liebe-Haß, kalt-warm, usw.. Wir gehen davon aus, daß das eine das andere ausschließt und meinen oft, wenn wir für das eine sind, müssen wir uns gegen das andere entscheiden. Das führt zu einem Denken des Entweder-Oder. Aber wo fängt die Kälte an und wo die Wärme? Beides sind nur Pole ein und derselben Sache – der Temperatur. Bei Dingen wie Ebbe und Flut, Ein- und Ausatmen wird uns schnell bewußt, daß es zwei Pole sind, die nur gemeinsam existieren, auch wenn sie unter den Gesetzen von Raum und Zeit nur hintereinander ablaufen. Die Polarität der Welt zu begreifen führt dann letztendlich zum Denken des Sowohl-Als-Auch.

5. Das Prinzip des Rhythmus

„Alles fließt aus und ein, alles hat seine Gezeiten, alle Dinge steigen und fallen, das Schwingen des Pendels zeigt sich in allem; das Maß des Schwunges nach rechts ist das Maß des Schwunges nach links; Rhythmus kompensiert."
Zwischen den Polen schwingt alles in einem bestimmten Rhythmus. Es gibt immer eine Aktion und eine Reaktion, auf Tag folgt Nacht, auf Ebbe die Flut und die Jahreszeiten laufen auch rhythmisch ab. Es gibt im Leben immer wieder Tiefen und Höhen, Erfolge und Mißerfolge. Das einzige, was wir verändern können, ist unsere Haltung. Es kommt darauf an, wie wir den Situationen begegnen, ob wir z. B. Fehlschläge als Hinweise auf bessere Möglichkeiten sehen oder als Katastrophe.

6. Das Prinzip von Ursache und Wirkung

„Jede Ursache hat ihre Wirkung, jede Wirkung ihre Ursache; alles geschieht gesetzmäßig, Zufall ist nur ein Name für ein unbekanntes Gesetz. Es gibt viele Ebenen der Ursächlichkeit, aber nichts entgeht dem Gesetz."
Als Zufall bezeichnen wir Geschehnisse, deren Ursache wir nicht kennen. Meist aber haben wir uns zuvor geistig schon auf den Weg begeben, auf dem uns dann gerade die Bücher, Menschen oder Informationen begegnen, die wir gerade brauchen, um weiterzukommen. Wichtiger als die Ursachenforschung, ist daher die Zielsetzung, das zielgerichtete Denken und Handeln.

7. Das Prinzip des Geschlechts

„Geschlecht ist in allem, alles hat männliche und weibliche Prinzipien, Geschlecht offenbart sich auf allen Ebenen."
Das männliche und weibliche Prinzip findet sich in allem. Damit ist nicht die Sexualität gemeint. Dem männlichen Prinzip z. B. sind die Aktivität, die Yang-Energie, die Sonne, der Verstand, die rechte Körperhälfte zugeordnet, dem weiblichen Prinzip dagegen die Passivität, Intuition, die Yin-Energie, der Mond, die linke Körperhälfte. Männer und Frauen haben beide Potentiale in sich und nur durch das kreative Zusammentreffen von weiblichem und männlichem Prinzip können wir schöpferisch tätig werden.
Das Studium und die Anwendung dieser Prinzipien öffnet die Augen für die „Spielregeln des Lebens." Im Kybalion heißt es dazu: „Die Masse der Menschen lassen sich tragen, sie gehorchen ihrer Umgebung, dem Willen und den Wünschen anderer, die stärker sind als sie, den Auswirkungen ererbter Tendenzen, den Einflüsterungen anderer und anderer äußeren Ursachen, die sie wie Figuren auf dem Schachbrett des Lebens hin- und herschieben." Die fortgeschrittenen Hermetiker werden Spieler statt Figuren. Sie unterliegen natürlich auch diesen Prinzipien, aber „der Weise macht sich das Gesetz zu eigen, und indem er seine Bewegungen versteht, bedient er sich seiner, anstatt sein Sklave zu sein."
Erika Wichmann, REIKI-Lehrerin, Tel.: 04193/2743 


Hintergründe zur Klassischen Homöopathie

Die hermetische Philosophie

Die Sonnenfinsternis aus astrologischer Sicht

Wo bin ich zu Hause

Gefühle klären

Metamorphosis

Übersäuerung

Rituale tanzen

Wilde Uralgen


 
Copyright © 1999
Kwiatkowski Verlag