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Metamoephosis - die pränatale Therapie

von Christiane Boustani

 

Das Lebenswerk von Robert St. John, *21. Mai 1914 England – † 1. November 1996 Turin, Italien.

Metamorphosis ist die sanfte Weiterentwicklung aus der Fußreflexzonen – Therapie. Robert St. John entdeckte in den 50iger Jahren, daß Fußreflexologie zwar ganz vortrefflich einige Krankheitssymptome milderte, manchmal auch auf längere Zeit auflöste, mußte aber auch entdecken, daß die Menschen immer wiederkamen, weil die Krankheitsursache wohl nicht behoben war. Mit seinem einfühlsamen Fragen nach den möglichen Gründen fand er heraus, daß die Ursache für Krankheit und Entwicklungsverzögerung in dem geistigen Prinzip des Menschen zu finden sei. Geistige Blockaden und Widerstände schaffen emotionale, mentale und physische Mißstimmungen. Das beginnt schon während der Schwangerschaft und hat Auswirkungen auf unser soziales Wirken. Robert St. John fand heraus, daß alle Störungen und Blockaden auf der Reflexlinie der Wirbelsäule am Fuß, an den Händen und am Kopf ihre Entsprechung finden, und daß eine kleine sanfte Berührung diese Blockade schwinden lassen kann. Er lehrte Eltern, ihre Kinder zu behandeln und ermutigte jeden, sich selbst zu heilen.

Tatsächlich ist Metamorphosis leicht zu erlernen, denn Metamorphose ist das Lebensprinzip an sich. Jeder Mensch ist vollkommen. Damit das ganze Potential sich entfalten kann, bedarf es einem kleinen Impuls und die innere Intelligenz des Menschen weist den nächsten Schritt. Metamorphosis geschieht unbewußt, ohne Anstrengung und ist dauerhaft. Es gibt den Menschen, Tieren und Pflanzen Kraft und führt zur Harmonisierung.

Im Grunde besteht die eigentliche Kraft von Metamorphosis darin, daß sie die Dualität aufhebt und damit der Grund jeder Blockade, jeder Verletzung sich auflöst. Es gibt eine höhere Wahrheit, die nicht den Gesetzen von Dualität unterworfen ist und diese Ebene wird durch das Bewußtsein von Metamorphosis angestrebt und auch erreicht. Je jünger der Mensch ist, der Metamorphosis erfährt, um so größer die Wandlungsfähigkeit. Ein junger Organismus, ein junger Geist ist leichter zu formen und zu heilen als ein erstarrter, durch mancherlei Verletzung verhärteter Mensch.

Das Bewußtsein, das durch den Prozeß von Metamorphosis auf das „Ganzsein" ausgerichtet ist, versteht, daß es unnütz ist, gegen „etwas" anzukämpfen. Wir erkennen an, was ist, kümmern uns als „Behandler" nicht um die Auswirkungen der Störungen, sondern betrachten den Menschen als vollkommen. In sofern ist Metamorphosis gar keine Therapie und es gibt auch keine „Behandlungen". Metamorphosis ist eine Geisteshaltung, die heilend wirkt.

Derjenige, der Metamorphosis gibt und der, der sie bekommt werden in diesem Augenblick ein Ganzes und beide erfahren Entspannung und Heilung.

Das ist sehr berührend und hilft, das Ego zu vergessen und lehrt Einfachheit und Demut.

Wenn Sie Metamorphosis erlernen, nehmen Sie den Fuß des anderen oder Ihren eigenen in die Hand und allein der Gedanke an Metamorphosis läßt Metamorphose geschehen. Vergleichen Sie es mit einem Konzertbesuch, lassen Sie sich von der Musik führen. Ihr Herz fühlt mit, Gedanken und Bilder entstehen und fließen vorbei. Sie entspannen und sind berührt. Sie kämen wahrscheinlich nicht auf die Idee, die einzelnen Noten hören zu wollen, (es sei denn, Sie sind Musiker, der dieses Stück nachspielen will, oder Komponist, der sich eben mit Noten befaßt.)

Das ist auch der Unterschied vom Heiler und Arzt, (es mag da aber auch Ausnahmen geben). Der Arzt kümmert sich um die Krankheit, um die Symptome und manifestiert sie damit, indem er sie dokumentiert, fotografiert usw. Jeder Arzt sieht sein Spezialgebiet, für andere Symptome schickt er den Patienten zum nächsten Facharzt.

In der Metamorphosis folgen wir dem großen Fluß der Vollkommenheit und Ganzheit, sind berührt und erfahren ganz viel über uns und eventuell auch über den anderen.

Ich hatte eine wunderschöne Begegnung als ich einer jungen Frau, die zum ersten Mal zu mir kam, eine Metamorphosis gab. Ich berührte ihre Füße und hatte plötzlich das Gefühl, daß sie ein Baby in ihrem Bauch trage. Nach der „Behandlung" fragte ich sie, ob sie schwanger sei, sie verneinte, fügte aber hinzu, daß sie sich sehr wünsche, schwanger zu sein.

Als sie nach 14 Tagen wieder zu mir kam, strahlte sie und erzählte, daß sie tatsächlich schwanger sei und wollte wissen, wie ich das habe wissen können. Ich wußte es nicht, aber ich fühlte es, weil ich in der Metamorphosis ein Ganzes mit ihr war.

Oft berichten die Menschen, die ich behandelte, daß sie plötzlich die ersehnte Arbeitsstelle oder Wohnung fanden. Sie erzählten, daß sie angesprochen wurden, ob sie verliebt seien. Andere berichteten, daß sie auf einmal nicht mehr soviel Angst hätten, besser schlafen und vitaler seien.

Ein 6-jähriger Junge, den die Mutter zu mir brachte, weil er plötzlich jede Nacht ins Bett machte, konnte nach zwei Behandlungen über einen Bereich seines Lebens reden, den er seiner Mutter zuliebe verschwiegen hatte. Die Eltern hatten sich getrennt, und das Kind fühlte den Schmerz seiner Mutter, identifizierte sich damit und unterdrückte seinen eigenen Schmerz. Diese Kontrolle über seine Gefühle, bewirkte eine starke Anspannung tagsüber, die er nur nachts loslassen konnte.

Nach zwei Behandlungen konnte er seinen eigenen Kummer der Mutter erzählen und das Bettnässen hörte sofort auf. Bei dieser Behandlung beachtete ich überhaupt nicht das geschilderte Symptom. Ich nahm wahr, daß dieser Junge eine Blockade am Empfängnispunkt hatte, was auch immer auf eine Blockade und Auseinandersetzung mit dem männlichen Prinzip, männlicher Autorität hat. Da dieses Kind danach nicht mehr zur Behandlung kam, kann ich nicht schildern, ob sich auch andere Dinge in seinem Leben, in seiner Entwicklung wandelten.

In welcher Art diese Behandlung sich auswirkt, kann keiner vorher sagen. Wenn der Mensch unter starker Selbstkontrolle war, kann es sein, daß sich zuerst ein Chaos zeigt. Das gilt als Verbesserung und die Behandlung sollte unbedingt fortgeführt werden. Danach harmonisiert sich das Leben dieses Menschen wieder. Besonders bei autistischen Menschen ist mit einem Chaos zu rechnen. Hier sollte möglichst regelmäßig weiterbehandelt werden. (Ich vermerke noch einmal: Es handelt sich um keine Behandlung, im eigentlichen Sinn, es gibt nur kein besseres Wort dafür)

Auch, wenn die eine oder andere Verwandlung sehr bewegend sein kann, geht es bei Metamorphosis nicht um spektakuläre Erfolge. Manche Muster scheinen sich nicht zu verändern. Aber plötzlich wird dem Behandelten bewußt, daß er zufriedener oder ausgeglichener ist. Vielleicht bemerkt er auch, daß seine Umgebung, ihm freundlicher begegnet. Auch bei der Behandlung von Schwerkranken oder Sterbenden, gibt es Erleichterung oder Loslassen.

Das Wichtigste an Metamorphosis ist, daß es angewendet wird. Nur dann können Sie eigene Erfahrungen damit machen und Metamorphose erleben.
Christiane Boustani, Grünholz 27, 24996 Sterup; Tel/Fax: 04637-1887; e-mail: Christiane.Boustani@t-online.de


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