Sauer
macht lustig", sagt der Volksmund. Wenn ein Mensch sauer ist, ist er verärgert und
das ist überhaupt nicht lustig. Noch weniger lustig ist, wenn sich das
Säure-Basen-Gleichgewicht im menschlichen Organismus in den sauren Bereich verschiebt.
Dann kommt es zwangsläufig zu schweren gesundheitlichen Störungen.
Eine Verschlackung des menschlichen Gewebes durch Säuren (Azidose) ist
Ursache vieler Krankheiten, wie Rheuma, Gicht, Diabetes und Gastritis, Herzinfarkt und
Schlaganfall. Oft kündigt sie sich schleichend an, z. B. mit chronischer Müdigkeit,
unklaren Schmerzen oder mit Hautausschlägen, Allergien, Pilzbefall und anderen
untypischen Symptomen. Die Ursache, nämlich die Übersäuerung, wird selten erkannt und
deshalb auch nicht behandelt.
Wodurch entstehen diese Schlacken? Nicht nur unsere säurebetonte
Ernährung ist schuld. Säurebildner sind u. a. Fleisch, Kaffee, Zucker, Alkohol,
Weißmehl und kohlensäurehaltige Getränke. Ebenso führen Fäulnis und Gärungen im Darm
zur Übersäuerung. Aber auch unsere oft ungesunde Lebensweise mit viel Streß, Lärm,
Aggressivität, Angst, Frust und zu wenig Bewegung und Schlaf lassen uns sauer"
werden.
Der menschliche Organismus schützt sich vor Verätzungen und
Vergiftungen durch Säuren, indem er sie in chemisch saure Salze umwandelt und
ausscheidet. Dazu verbraucht er Mineralstoffe und Enzyme. Wenn zu viele Säuren
neutralisiert werden müssen und die Mineralstoffe und Enzyme im Blut dafür nicht mehr
ausreichen, werden die zahlreichen Basendepots des Körpers geplündert. Besonders unsere
Knochen, Sehnen und Gelenkknorpel (basisch, pH Wert 8,1) müssen daran glauben, sie werden
entmineralisiert.
Wenn die Mineralstoffe und Enzyme zur Neutralisierung der Säuren nicht
mehr in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, kann der Körper die Säuremenge nicht
mehr bewältigen. Er lagert die Säuern zuerst in das Fettgewebe, dann in das Bindegewebe
und schließlich in die Muskulatur ein, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu entsorgen.
Der Körper funktioniert dann als Mülldeponie.
Von entscheidender Wichtigkeit für die Verhütung von Schlacken ist
ein intaktes Verdauungssystem. Eine zu lange Verweildauer der Stühle im Darm führt zu
Gärungen im Dünndarm und Fäulnisgasen im Dickdarm
Diese Gase vermischen sich mit Blut und Lymphe und werden zu Säuren.
Hier ist eine gründliche Darmsanierung absolut nötig.
Unser Blut ist mit einem pH Wert von 7,35 bis 7,4 fast neutral und wird
möglichst konstant auf diesem Wert gehalten. Sinkt der pH Wert, so wird das Blut und der
betreffende Mensch sauer. Die normalerweise sehr elastischen roten Blutkörperchen werden
steif und starr und können die feinen Kapillargefäße nicht mehr passieren. Deshalb
können sie den Körper dann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen
versorgen. Es kommt zur fortschreitenden Verdichtung und Verklumpung des Blutes und damit
zu Durchblutungsstörungen, Funktionseinschränkungen der Organe und zum Verlust der
Lebenskraft und Energie. Es folgen Schmerzen und Krankheit.
Bei Übersäuerung sollte die Ernährung umgestellt und Säurebildner,
wie Fleisch, Kaffee, Alkohol, Zucker, Weißmehl gemieden und statt dessen viel Frischkost
verzehrt werden. Besonders gut und empfehlenswert sind basische Lebensmittel, wie Obst und
rohes oder gedünstetes Gemüse, Kräutertees und stilles Wasser, Avocados, Datteln,
Feigen, Hirse, Buchweizen, Kartoffeln, Mais und rote Beete. Licht und Luft, mäßige
sportliche Betätigung und Saunabesuche unterstützen auch die Entsäuerung, da über den
Hautschweiß und die intensive Atmung Säuren ausgeschieden werden.
Aus naturheilkundlicher Sicht sollten die Selbstheilungskräfte des
Körpers gestärkt werden. Je nach Befund ist ein individuelles naturheilkundliches
Therapiekonzept nötig, um die Lebenskraft und Lebensqualität zu verbessern und den
Menschen wieder in sein gesundes Gleichgewicht zu bringen.
Anke Wacker, Heilpraktikerin, 23816 Bebensee, Tel. 04552-638