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Wenn der Tag zur Nacht wird - totale Sonnenfinsternis am 11.8.99

von Christina Pfingsten und Christa Wagner

Am 11.8.99 zwischen 11:29 und 11:46 Uhr ereignet sich die einzige totale Sonnenfinsternis dieses Jahrhunderts, die in Mitteleuropa sichtbar sein wird. (Die letzte fand am 19.8.1887 statt – die nächste wird erst am 3.9.2081 zu sehen sein.)

Die totale Finsternis ist allerdings nur im Bereich des Kernschattens zu beobachten, der sich als schmales Band von ca. 120 km Breite vom Südwesten Englands über Nordfrankreich, den europäischen Kontinent bis nach Asien bewegt. Diese Bewegung vollzieht sich mit einer mittleren Geschwindigkeit von ca. 580 m/Sekunde. In Deutschland liegen unter anderem die Städte Augsburg, Karlsruhe, München, Saarbrücken, Stuttgart und Ulm in dieser Totalitätszone. Von Schleswig-Holstein aus beobachtet wird die Sonne nur zu 83% verdeckt sein.

Eine Sonnenfinsternis findet bei Neumond statt, wenn, von der Erde aus gesehen, der Mond genau zwischen Sonne und Erde steht. Der Mond umläuft die Erde auf einer leicht elliptischen Bahn, die gegen die Erdbahn geneigt ist. Etwa alle sechs Monate kommt es zu einer Überschneidung der Umlaufbahnen und damit zu mehr oder weniger sichtbaren partiellen Finsternissen (Eklipsen) von Sonne und Mond. Nur sehr selten, ausgelöst durch die Anziehungskraft der Sonne auf den Mond, trifft der Mond genau die Verbindungslinie Sonne/ Erde. Deshalb vollzieht sich nur extrem selten eine totale Sonnenfinsternis.

Für die Astrologie sind Finsternisse immer von Bedeutung. Vor allem mundane Prognosen, also solche, die sich auf das Weltgeschehen beziehen, richten sich nach diesen Eklipsenperioden. Die Finsternis wird verstanden als ein Moment der Befruchtung und die Qualitäten dieses Momentes entfalten sich innerhalb des folgenden halben Jahres.

Was am 11.8. in Schleswig-Holstein zu sehen sein wird: um 11:20 wird die Mondscheibe den ersten Kontakt mit der Sonne haben. Sie wird sich innerhalb der folgenden zweieinhalb Stunden von rechts oben nach links unten über die Sonne hinweg bewegen. Die maximale Deckung von 83 % wird um ca. 12:34 erreicht sein.

Im Bereich des Kernschattens dagegen wird die maximale Deckung 100% betragen. Für etwa zwei Minuten wird die vollständige Verdunkelung der Sonne zu beobachten sein. Das werden wohl zwei Minuten sein, die alle, die sie miterleben ein Leben lang beeindrucken werden: Es erscheint eine leuchtende Korona um die jetzt schwarze Sonnenscheibe. Es wird kühler werden, der Himmel wird sich in ein nächtliches Blau verfärben, man wird Venus, Merkur und andere größere Sterne mitten am Tag erkennen können.

Die Astrologie sieht diese Sonnenfinsternis als Jahrhunderteklipse an – nicht nur, weil sie die letzte und vollständigste dieses Jahrhunderts ist – sondern weil sie im Kontext einer außergewöhnlich markanten Konstellation stattfindet. Kurz: wir finden Sonne/Mond im Quadrat zu Mars, Opposition zu Uranus und im Quadrat zu Saturn, wie die Zeichnung zeigt, in einem sog. großen Kreuz, also einer Spannungsfigur, in der jeder der beteiligten Planeten zu den anderen einen herausfordernden Aspekt (Quadrat oder Opposition) bildet. Die Opposition von Mars und Saturn wird am 11.8. minutengenau! Des weiteren ist die Stellung des Mondknotens – in Konjunktion mit Sonne/Mond und in Opposition zu Uranus – eklatant. Nie zuvor in diesem Jahrhundert gab es zu einer Sonnenfinsternis derart markante Konstellationen. Zudem ist sie die letzte in diesem Jahrtausend und dadurch kommt die Frage auf: Wie gehen wir ins nächste Jahrtausend?

Die von dieser Sonnenfinsternis berührten Themen sind Themen der Zeitenwende, bzw. des Wassermannzeitalters. Sie haben mit dem Widerstreit zwischen etablierten Strukturen/Sicherheit (Saturn) und Befreiung/Neuorientierung (Uranus) zu tun. Aufgeladen wird dieses Spannungsgefüge zusätzlich durch den Tatendrang und Durchsetzungswillen des Mars in Skorpion (der zuvor in 1999 lange rückläufig war). Die etablierten Machtstrukturen, die durch Sonne und Mond in Löwe und den Saturn in Stier symbolisiert werden, werden durch innovative Ideen und Gruppen herausgefordert. Die unter Umständen überschießende Impulsivität und Eigensinnigkeit von Mars und Uranus werden durch die hemmenden Kräfte Saturns gebremst. Die von Mars und Uranus symbolisierten Kräfte können aber andererseits um so konstruktiver und segensreicher wirken, je mehr sie den Erfahrungsschatz und den Realitätsbezug des Saturn zu nutzen und zu integrieren wissen.

Astrologen schauen, was das Weltgeschehen betrifft, mit Besorgnis auf diese Zeit. Aber wir brauchen nicht vor astrologischen Prognosen zum Weltgeschehen gebannt da zustehen. Auf lange Sicht wird die Frage, „wie kann dieses unterschiedliche Kräftepotential ausbalanciert werden?" durch jeden auf der Erde lebenden Menschen mitentschieden. Wir alle stehen unter dem Einfluß dieser Konstellation. Es kommt also darauf an, daß wir diesen Widerstreit auch in unserem eigenen Leben sehen und zu lösen versuchen. (Hier ergeben sich für jede/n einzelnen unterschiedliche Konstellationen, dem persönlichen Horoskop entsprechend. Die Astrologie kann in einem Transithoroskop erfassen, welche Bereiche eines Individuums angesprochen werden.)

Es liegt an jeder/m einzelnen von uns, diese Energien ins eigene Leben zu integrieren. Je mehr Menschen fähig werden, große, mächtige Energien, wie zum Beispiel die „Hochspannungsenergie" des Uranus zu kanalisieren und mit den saturnischen Gegebenheiten auszubalancieren, desto weniger wird die Menschheit dies auf der gewalttätigen Ebene erleben müssen.
Christina Pfingsten, Christa Wagner, Kalleby 10, 24972 Quern, 04632-8587, Email: Kalleby10@t-online.de


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