Spirituelle Bücher oder Filme?
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Das Wort Krise kommt aus dem Griechischen und hat den gleichen Stamm wie Kritik, was übersetzt „trennen“ bedeutet. Auch hat es die Bedeutung „unterscheiden“ oder „entscheiden“. Aus dem Lateinischen kommt „crisis“ und meint in medizinischen Zusammenhängen die sensibelste Phase in einer Erkrankung, wenn es sich entscheidet, ob es gut geht oder nicht. Ich glaube an diesem Punkt befinden wir uns als Menschen und Menschheit tatsächlich. Nur ist der Ausgang zur Zeit noch offen, auch wenn vieles darauf hindeutet, dass es nicht gut ausgehen wird.
Durch unsere persönlichen Katastrophen, Krise in der Ehe oder Beziehung, im Job oder Arbeitsplatz, Kündigung, Kurzarbeit, Krise in der Familie (jemand redet wieder nicht mit dem anderen) übersehen wir den Zustand in dem sich unser gesamtes System befindet. Und unsere kleinen persönlichen Krisen sind ein Ausdruck davon. Die meisten von uns machen weiter wie bisher und hoffen, dass es sie nicht trifft, oder dass es nicht schlimmer wird.
Aus meiner Erfahrung, kann ich sagen, Hoffnung ist gut, wird jedoch allein nicht helfen. Es wird schlimmer werden. Denn Veränderung ist nötig, ob wir sie Krise nenne oder einfach wahrnehmen, dass es Zeit für Veränderung ist.
Schauen wir in die hawaiianische Weisheitslehre Huna mit ihren sieben Lebensprinzipien, dann zeigt sich ein möglicher Weg im Umgang mit Veränderungen:Im 1. Prinzip, Ike, ist die Welt das, was ich denke, dass sie ist. Ändere ich meine Gedanken und Überzeugungen über mein Leben, ändert sich mein Leben.
Nach der ersten Überraschung, wenn mir bewusst geworden ist, dass etwas bisher Gewohntes plötzlich nicht mehr zählt, kommen die unterschiedlichsten Emotionen: Angst und Wut, sowie Schuldzuweisungen, wenn die Krise für mich eine Bedrohung darstellt. Der Verlust der Arbeit oder die Trennung erscheint zuerst nicht annehmbar. Widerstand wird fühlbar, es soll sein und bleiben, wie es war, auch wenn der Job oder der Partner vielleicht gar nicht der richtige für mich war.
Nachdem sich die starken Gefühle gelegt haben, habe ich die Freiheit mich zu entscheiden. Hier greift das 2. Prinzip, Kala: es gibt keine Grenzen. Will ich gegen die Veränderung sein, also gegen den jetzigen Moment, der eh schon da ist, oder entscheide ich mich für ein Annehmen der neuen Situation?Im 3. Prinzip, Makia, heißt es, Energie folgt der Aufmerksamkeit. Ich kann mich dem Guten und Positiven zuwenden und die Chance zu neuem Wachstum ergreifen. Dann wird das Gute mehr werden. Vorsicht, denn umgekehrt verhält es sich genauso. Lenke ich meine Aufmerksamkeit auf das Schlechte, wird das auch mehr!
Das 4. Prinzip, Manawa (Jetzt ist der Moment der Kraft), erzählt vom Hier und Jetzt. Mache ich mir Sorgen über mögliche schlechte Erfahrungen in der Zukunft oder grüble ich über unangenehme Erlebnisse der Vergangenheit, habe ich kaum Kraft und kann keine Entscheidungen treffen.
Aloha, das 5. Prinzip, bedeutet: Lieben heißt, glücklich zu sein mit ... Finde ich heraus, was mich glücklich macht, welche Arbeit, was für eine Beziehung, dann steigt die Chance, dass genau das sich in meinem Leben verwirklicht. Wenn ich liebe, was ich tue und mit wem ich zusammen bin, vermehrt sich das Glück auf Grund des 2. und 3. Prinzips für alle.In mir selbst liegt die Kraft, um mein Leben zu gestalten, meine Träume wirklich werden zu lassen, sagt das 6. Prinzip Mana. Niemand außerhalb von mir, kann mich glücklich oder unglücklich machen. Keiner hat Macht über mich, es sei denn, ich gebe sie ihm.
Und im 7. Prinzip, Pono, ist wahr, was wirkt. Hier geht es darum, die richtige Methode oder den besten Weg zu finden, um mein Ziel zu erreichen. Das Ergebnis hat auch mit meiner Wahl zu tun, denn wenn ich Frieden oder Glück möchte, müssen meine Mittel fried- und freudvoll sein.
Wenn wir glücklich sein wollen, müssen wir uns voller Vertrauen für das Glück entscheiden und der Angst und dem Zweifel möglichst keinen Raum geben. Eine Krise ist dann eine gute Chance, dass wir uns besinnen und neu finden.
Oder wie Richard Bach meinte: „Was für die Raupe das Ende der Welt ist, nennt der Meister einen Schmetterling.“
Fotos: Beatrix Stoermer
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