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Goldrute

Pflanzengold für Haut und Nieren

„Solidago kräftigt die Nieren und verleiht emotionale Ausdauer.“

(Jaap Huibers, Frau sein ... Frau bleiben, 1983)

goldrute
Foto: O. Rippe

Aufgrund der sehr großen Resonanz auf die Verlosung des Buches: Lexikon der Frauenkräuter von Margret Madejsky aus dem AT Verlag in der NordStern-Ausgabe November-Dezember 2008, haben wir beschlossen einen Auszug aus diesem Buch zu veröffentlichen.
Freundlicher Weise haben Frau Madejsky und der AT-Verlag dieses nun möglich gemacht. An dieser Stelle noch einmal unser herzliches Dankeschön für die unkomplizierte Zusammenarbeit und das freundliche Entgegenkommen.
Zusammen mit der Autorin haben wir uns für das Pflanzenportrait der Goldrute entschieden.


Die echte Goldrute – Solidago virgaurea
Namen: Goldwundkraut, heidnisch Wundkraut, Schoßkraut.
Botanischer Name:
Echte Goldrute (Solidago virgaurea),
Korbblütler (Asteraceae).

Signaturen und Astrologie:
Die goldgelben Korbblüten, die wie kleine strahlende Sonnen anmuten, offenbaren sogleich das sonnenhafte Wesen dieser Pflanze. An der gelben Blütenfarbe erkennt man allerdings auch den heilsamen Einfluss auf die Leber. Die schmalen Blätter sowie der Standort der Kanadischen Goldrute entlang von Autobahnen oder Bahngleisen zeigt wiederum merkurielles Wirken an; wobei Merkur hier mehr über den Stoffwechsel als über die Hormone regiert. Die fein gezähnten Blätter deuten schließlich auf Venus, die im Menschen unter anderem über die Nieren herrscht, das Zielorgan der Goldruten.

Wirkstoffe:
Das blühende Kraut enthält Saponine, Flavonoide (Rutosid, Quercitrin u. a.), Phenolglukoside, Kaffeesäurederivate, Polysaccharide und ätherische Öle. Was die Wirkstoffkonzentrationen angeht, so übertreffen die Hohe und die Kanadische Goldrute die bei uns heimische Echte Goldrute.

Heileigenschaften:
Harntreibend, entzündungswidrig, anti-ödematös, steinbrechend, mild krampflösend, wachstumshemmend auf Candida, krebsfeindlich; stimuliert die Nebenniere und regt die ACTH-Sekretion an.

Verwendung in der Frauenheilkunde:
In der Goldrute erblicken wir die Kardinalheilpflanze für die Nieren und die ableitenden Harnwege. Sie gilt als sogenannte Nierenparenchympflanze, was bedeutet, dass sie die Nierentätigkeit auf sanfte Weise verbessert, ohne das Gewebe zu reizen. Daher kommen Zubereitungen aus dem Kraut gleichermaßen bei chronischen Leiden wie der Schrumpfniere zum Einsatz als auch bei akut entzündlichen Erkrankungen wie der Nierenbeckenentzündung.
Besonders die entzündungswidrigen und mild harnwegsdesinfizierenden Heileigenschaften des blühenden Krauts machen es zu einer unverzichtbaren Frauenarznei vor allem bei Neigung zu Blasenentzündungen und zu Reizblase. Die große Stärke dieser Nierenpflanze liegt darin, die durch die Krankheitserreger geschädigten Gewebe, etwa die gereizte Blasenschleimhaut, zu regenerieren.
Daher bewährt sich die Goldrute (z. B. Tee oder Extrakte) bei akuten bakteriellen Blasenentzündungen als Begleitmittel, und nach dem Abklingen der akuten Beschwerden trägt sie zur völligen Ausheilung der Entzündung bei. Nicht selten leiden Frauen, die wegen einer bakteriellen Blasenentzündung vom Arzt Antibiotika bekommen haben, auch ohne Bakterien im Urin zu haben, noch wochen- oder monatelang danach unter häufigem Harndrang und Brennen beim Wasserlassen. Doch eben die Blasenhalsreizung nach bakterieller Zystitis, aber auch eine Reizblase lassen sich zuverlässig mit Hilfe der Goldrute lindern. Studien, die an 640 Patienten mit Reizblase durchgeführt wurden, zeigten, dass die Pflanze Völlegefühl der Harnblase oder Brennen beim Harnlassen um bis zu 90 Prozent mindern und sogar den unfreiwilligen Harnabgang um 65 Prozent reduzieren konnte. Man muss sie nur lange genug gebrauchen (z. B. mehrere Wochen lang zweimal täglich 1 Solidago-Steiner-Tablette).
In jedem Fall ist die Goldrute eine Universalheilpflanze bei Nierenleiden aller Art. Deswegen sollte man sich an sie erinnern und Tee oder Extrakte wenigstens als Begleitmittel gebrauchen bei Schrumpfniere, bei Nephrose, bei beginnendem Nierenversagen (Urämie), bei Nierensteinen oder bei Nierenschwäche, die sich durch ständig kalte Füße zeigt (an der Fußsohle beginnt der Nierenmeridian!). Außerdem nutzt diese sonnenhafte Nierenheilpflanze in besonderem Maße Schwangeren, die in den letzten Monaten vor der Niederkunft vermehrt unter Wassereinlagerungen und Eiweißen im Urin leiden. Die Goldrute vermag nämlich die Nierenfunktion derart zu verbessern, dass eine Eiweißausscheidung über den Urin (Proteinurie) im gleichen Maß wie die Wassereinlagerungen zurückgeht. Pflanzenforscher fanden außerdem heraus, dass die ödemhemmenden Eigenschaften der Goldrute ähnlich stark wie die der Rosskastanie sind.
Nicht zuletzt sei noch darauf hingewiesen, dass Goldruten durchaus auch zu den Hautheilpflanzen zählen. In alten Kräuterbüchern aus dem 17. Jahrhundert heißt sie daher noch „heydnisch wundkraut“, und in der chinesischen Volksmedizin gebraucht man die dort heimischen Goldrutenarten seit langem zur Behandlung von Fußpilz. Goldrutenextrakte hielten auf diesem Gebiet auch neueren wissenschaftlichen Untersuchungen stand und erwiesen sich als wachstumshemmend bei Hautpilz (z. B. Candida), so dass auch bei Pilzbefall der Haut am äußeren Genital, also bei Analekzem oder bei Scheidenpilz, Sitzbäder mit Goldrutenkraut versucht werden sollten. Außerdem eignet sich die Pflanze sogar als Vorbeugemittel gegen Strahlenschäden der Haut. Insbesondere die im Goldrutenkraut vorkommenden Flavonoide dienen der Pflanzenzelle zum Schutz vor UV-Strahlen und erwiesen sich in Versuchen als Vorbeugemittel gegenüber Röntgenstrahlen.
Daher kann man die Goldrute zur Linderung von Hautirritationen durch Laserbehandlung oder von Hautentzündungen durch Bestrahlung wegen Krebs in Form von Extrakten oder Teekuren vorbeugend einnehmen. Nach Laser- oder Strahlentherapie bei Krebs können aus dem Goldrutenkraut Sitzbäder bereitet werden, um die Strahlenfolgen rascher abklingen zu lassen (Rezept siehe Seite 205).  Von innen heraus (z. B. Ceres-Solidago-Urtinktur) stärkt die Goldrute in schwierigen Lebensphasen nicht nur die Nieren und lässt Ödeme rascher abschwellen, sondern sie spendet darüber hinaus emotionale Ausdauer, wenn einem die Situation „an die Nieren geht“. Wie andere nierenstärkende Pflanzen, so stimuliert die Goldrute auch die Nebennieren, die von Ängsten oder Stress überlastet sind.

Rezept:
Entzündungswidriger Blasentee (Kräuterladen)
Goldrutenkraut        50 g
Gundelrebe             40 g
Indischer Nierentee  40 g
Schafgarbe              50 g
Taubnesselblüten     20 g
Die Kräuter miteinander mischen, 2 Teelöffel pro Tasse à 200 ml heiß überbrühen, etwa 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und über den Tag verteilt trinken. Bei akuter bakterieller Blasenentzündung, sowie begleitend bei Nierenbeckenentzündung, trinkt man so lange 4 bis 5 Tassen täglich oder mehr, bis alle Beschwerden völlig abgeklungen sind.

Rezept:
Teemischung bei Reizblase (Kräuterladen)

Breitwegerichblätter  20 g
Frauenmantelkraut    20 g
Goldrute                  20 g
Johanniskraut           20 g
Weidenröschen        20 g
Alle Kräuter mischen; 2 Teelöffel pro Tasse à 200 ml heiß überbrühen, 10 bis 12 Minuten ziehen lassen, abseihen und mehrere Wochen lang über den Tag verteilt 2 bis 3 Tassen trinken.

Praxistipp: Nierenstärkungskur
Eine Nierenschwäche zeigt sich häufig durch ständig kalte Füße, weil an der Fußsohle der Nierenmeridian entspringt. Doch kalte Füße wirken sich auf das gesamte Wohlbefinden aus, denn sie verhindern ein rasches Einschlafen, sie senken die Liebeslust und sind Ausdruck mangelhafter Erdung. Wenn Sie also auch zu den „Sockenschläferinnen“ gehören oder andere Zeichen einer Nierenschwäche an sich bemerkt haben, dann lohnt es sich, die Nierenfunktion einmal kurmäßig über einige Wochen hinweg zu stärken:
Goldrutentee: 2 Teelöffel pro Tasse à 200 ml heiß überbrühen, etwa 8 bis 12 Minuten ziehen lassen, abseihen; 2 bis 3 Tassen täglich trinken.
Solunat Nr. 16 (Renalin): jeweils 10 Tropfen in den trinkwarmen Goldrutentee geben.
Kupfersalbe, rot (Wala): Abends die Füße unter fließendes warmes Wasser halten oder, falls möglich, ein ansteigendes Fußbad nehmen und anschließend etwas Kupfersalbe in die Fußsohlen einmassieren, pro Fuß etwa 5 Minuten lang, dann Wollsocken überziehen, bis die Füße gut durchwärmt sind.

Handelsprodukte:
  • Goldrutenkraut (Solidaginis virgaureae herba)
  • Goldruten-Urtinktur (Solidago-Urtinktur; Ceres, DHU, Spagyra)
  • Goldrutentabletten (z. B. Solidago-Steiner-Tabletten)
  • Goldrute, ätherisches Öl (Maienfelser Naturkosmetik)

Sammeltipps:
Man sammelt die oberirdischen Teile der blühenden Pflanze, je nach Gegend im Juli oder August, und hängt diese kopfüber in Büscheln zum Trocknen auf. Ideal ist ein zunehmender Mond im Zeichen Waage.
Anwendungsbeschränkungen: keine.

Bitte beachten:

Die aufgeführten Rezepte und Behandlungen verstehen sich ausschließlich als Lehrbeispiele und ersetzen nicht den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Die abgedruckten Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt, dennoch übernehmen weder die Autorrin noch der Verlag die Haftung für Schäden, welcher Art auch immer, die sich direkt oder indirket aus dem Gerbrauch der hier vorgestellten Heilkräuteranwendungen ergeben können.

portrait_madejskyMargret Madejsky - München
geboren 1966, ist seit 1992 als Fortbildungsdozentin und als Heilpraktikerin in eigener Praxis in München tätig. Mitbegründerin der Arbeitsgemeinschaft „Natura Naturans - Traditionelle Abendländische Medizin“, München. Schwerpunkte ihrer Praxis- und Lehrtätigkeit sind vor allem naturheilkundliche Therapien speziell für Frauen sowie Kräuterheilkunde, Homöopathie, Brauchtum, Hand- und Nageldiagnostik.
Seit 1994 regelmäßige Veröffentlichungen in der Naturheilpraxis und in der Gartenzeitschrift „Kraut & Rüben“.
Autorin der Frauenratgeber „Alchemilla“ (2000) und „Lexikon der Frauenkräuter“ (2008) sowie Mitautorin von „Heilmittel der Sonne“ (1997), „Paracelsusmedizin“ (2001) und „Die Kräuterkunde des Paracelsus“ (2006).
Ihr Anliegen ist es, alte Heiltraditionen wie die Signaturenlehre, das Heilpflanzenbrauchtum oder die Chiromantie in die moderne Naturheilkunde zu integrieren.
www.natura-naturans.de, m.madejsky@natura-naturans.de              Foto:: AT-Verlag


cover_madejskyMargret Madejsky
Lexikon der Frauenkräuter

Botanik, Inhaltsstoffe, Wirkungen, Signaturen und Anwendungen
Mit über 150 Heilkräuterrezepten

320 Seiten, ca. 200 Farbfotos
Gebunden, Pappband
€ 29,90
ISBN 978-3-03800-417-2
AT Verlag, September 2008
www.at-verlag.ch







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