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„Die Spuren der Seele – was Hand und Fuß über uns verraten“
Von Ruediger Dahlke und Rita Fasel
Hände verraten mehr über ihre Besitzer und deren Verhältnis zur Welt, als denen oft recht ist. Die Füße sind mindestens ebenso verräterisch im Hinblick auf unser Weltverständnis. Selbst Universitäts-Wissenschaftler nehmen sich dieser Zusammenhänge inzwischen in den angelsächsischen Ländern an.In verschiedensten Studien werden ganz ernsthaft die Längen von Zeige- und Ringfingern verglichen und verblüffend weitreichende Aussagen daraus abgeleitet.
Kurz zusammengefasst, läuft es darauf hinaus: Je kürzer der Zeige- und je länger der Ringfinger, desto männlicher die betroffene Person.
Daraus wiederum folgt, dass das Längenverhältnis dieser beiden Finger darüber entscheidend Auskunft geben kann, wie erfolgreich der jeweilige Besitzer in verschiedenen Sportarten ist. Von berühmten Fußballern ist bekannt, dass ihre Zeigefinger deutlich kürzer sind als ihre Ringfinger.
Aber entsprechende Studien enthüllten auch, dass die Frage, wie erfolgreich Börsenmakler sind, vor allem am Verhältnis der Längen dieser beiden Finger hängt. Dass auch verblüffend weitgehende Hinweise auf sexuelle Ausrichtungen aus diesem eher banalen Längenverhältnis abzulesen ist, verwundert da schon kaum noch. Dass aber Universitäts-Psychologen und -mediziner dergleichen im Rahmen wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlichen, mag doch einiges Erstaunen auslösen.
Wer hier also ein wenig Bescheid weiß und anderen auf die Finger sieht, kann so schon beim Aperitif feststellen, wie ausgeprägt männlich oder doch eher weiblich sein Gegenüber reagieren wird. Ganz so neu ist das Ganze allerdings nicht. Schon Giacomo Casanova war sehr stolz auf seinen kleinen Zeige- und langen Ringfinger, woraus er entsprechende Schlüsse für sein Ruf bestimmendes Hobby zog.
Tatsächlich gibt es wirklich viel Wichtigeres aus der Art der Hände und Füße und ihrer Benutzung zu lesen. Eine immer noch weitgehend unterschätzte Tatsache ist die Lateralität, d.h. unser Rechts- oder Linkshändersein. Bedenkt man, dass mindestens zwei Drittel auch unserer Bevölkerung von rechts wegen Linkshänder wären, kann einem Angst und Bang werden.
All die mit Nachdruck Umtrainierten haben Schaden fürs Leben genommen und sollten, egal wann sie ihre Vergewaltigung erkennen, vielleicht auch erst mit der Lektüre unseres Buches, sich nochmals umstellen und auf Ihre ursprüngliche Bestimmung zurückbesinnen. Denn ansonsten laufen sie Gefahr, sich weiterhin ungeschickter und verkrampfter durchs Leben zu hangeln als Ihnen eigentlich entspräche.
Im ganzen deutschen Sprachraum haben schreckliche Pädagogen und wenig einfühlsame Eltern geborene Linkshänder in die für sie ganz falsche Richtung manipuliert. Heute ist das als nachgerade schädlich erkannt und wir wissen, wie häufig Umtrainieren zu linkischen und ungeschickten Zeitgenossen führt. Geschickt ist jemanden nur, wo ihn sein Schicksal hingeschickt hat. Nur dann kann es ihm zum geschickten Heil (lat. Sal = Heil) werden.
Es ist also sehr entscheidend, das Leben richtig und nicht unbedingt mit rechts in Angriff zu nehmen, sondern mit der für uns persönlich richtigen und d.h. eben oft nicht der rechten Hand. Nach unseren Erfahrungen ist es folglich auch im fortgeschritteneren Alter noch sinnvoll, zu klären, zu welcher Seite wir ursprünglich neigten und sich dann auch danach zu richten. Solch eine Neueinstellung kann das ganze Verhältnis zur Welt verändern und verbessern. Nach Jahrzehnten der Vergewaltigung lässt sich so eine Lebensumstellung natürlich nur langsam und mit sanfter Übung anpacken.
Ein einfacher Klatsch-Test, wie in „Die Spuren der Seele“ beschrieben, kann hier leicht Aufschluss geben. Wer sein Leben „mit links“ anpackt, ohne behindert zu werden, tut sich in vieler Hinsicht viel leichter, denn Vieles, wenn nicht das Meiste, wird ihm lockerer und flüssiger von der Hand gehen und so besser gelingen. Viele Umtrainierte finden sich dagegen oft auch Jahrzehnte nach der Vergewaltigung noch nicht so recht zu recht. Sie sind weder rechts noch links so richtig zu Hause. Während sie den Zugang zu rechts nicht finden, verlieren sie obendrein den zur linken Seite. Das Resultat ist nicht selten der berühmte Elefant im Porzellanladen, ein Tollpatsch mit sprichwörtlich zwei linken Händen und Füßen.
Allein für die Klärung der Lateralität lohnt sich schon die Beschäftigung mit den Händen. Wer sich plötzlich unverhofft und spät als Linkshänder erkennt, wird staunen wie viele besondere und geniale Menschen sein Schicksal teilen. Wir beiden haben dieses Buch gleichsam von beiden Seiten geschrieben, ich als echter und eingefleischter rechter Rechtshänder und Rita Fasel als spätberufene Linkshänderin. Das Kapitel über die Linkshänder hat uns beide erstaunt und könnte Sie inspirieren, zu Ihrer wahren Seite zu stehen beziehungsweise ihr die Stange zu halten.
Aber die Deutungen gehen noch weiter und vor allem tiefer. Unsere Hände spiegeln auch das vorherrschende Element beim Zugriff auf das Leben. Es ist sehr leicht die praktischen Erdhände von eleganten Wasserhänden zu unterscheiden und könnte uns schon bei der Berufswahl im jugendlichen Alter mehr helfen als manch übliche Berufsberatung, die sich vor allem an Schulnoten und dem Bedarf der Gesellschaft orientiert.
Besonders interessant ist auch, die eigene Hand mit derjenigen zu vergleichen, um die man vor längerer Zeit einmal angehalten hat und in die man sein Schicksal legte, denn es passt durchaus nicht jedes Element zu jedem und jede Feuer- in jede Lufthand. Diese Zuordnung dauert nur Minuten, die sich lohnen, da man in jedem Fall sein Gegenüber aber auch sich selbst danach viel besser begreifen kann. Aus dieser Einsicht folgt Nachsicht, die das Leben erleichtert und bis auf die Füße wirkt, indem sie Verständnis schafft.
Tatsächlich lassen sich auch die Füße den vier klassischen Elementen zuordnen und entsprechend deuten. Sie müssen nicht einmal zu den eigenen Händen passen. Allein das Wissen um diese einfachen Zusammenhänge ist Gold wert, um sich und anderen auf die Sprünge zu helfen.
Auf diesem Weg können wir immer tiefer in die Differenzierung gehen. Die fünf Finger und zwei Berge im Innern der Hand lassen sich den klassischen sieben Urprinzipien zuordnen, denen auch die Tage der Woche entsprechen. Die Zehen können wir wesentlichen Themen unseres Menschseins zuordnen, von Urvertrauen und Sexualität im linken bis zu Angst und Respekt im rechten Kleinzeh, von Kummer im linken bis zu Freude im rechten Großzeh.
Die Wünsche und die Gefühle und Gedanken haben ebenso wie Aggression, Tatendrang und Kreativität ihre eigenen Zehen, aber auch Liebe und Zuneigung. Unsere Zehen sind also wie die Finger Antenne zu wesentlichen Themen des Menschseins.
Mit der Deutung der Finger- und Zehenspitzen-Form wird es noch differenzierter. Eckige Enden zeigen, wie eckig und kantig, ja konfrontativ ihre Besitzer das Leben anpacken oder angehen. Dagegen sind diejenigen mit runden, gleichsam abgeschmirgelten Enden geradezu Diplomaten. Spitzen verraten andererseits spitzfindige Typen, die vieles bis zur Explosion stauen.
Noch wesentlich tiefer in die Differenzierung führen die vier Typen von Fingerabdrücken, die unsere vorrangige Lebens- und Lern-Aufgabe verraten. Da wir diese Muster schon mit ins Leben bringen, machen sie klar, wie vorausbestimmt wesentliche Leben sind.
Die Füße sind tatsächlich noch spannender, denn als unsere Wurzeln und Flossen zeigen sie woher wir kommen. Und da wir an ihnen deutlich weniger manipulieren sind sie noch ehrlicher und verraten noch mehr über uns. Wir sprechen ja auch von Manipulation und nicht von „Pedikulation“ (lat. Manus = Hand und pes = Fuß). Beim bayrischen „Fußln“ geht es dagegen um erotische Kontaktsuche.
Als Wurzeln zeigen unsere Füße wie geerdet wir sind und wie wir dastehen und vorwärts kommen. Und so verraten sie, wie es um uns steht und wie wir im Leben unterwegs sind. Mehr zu den Wurzeln, aus denen wir wachsen, und den Zangen, mit denen wir nach dem Leben greifen in „Die Spuren der Seele - was Hand und Fuß über uns sagen“.
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