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Rainer Grunert
Vision einer fairen Wirtschaftsordnung
Ein Weg aus der Krise
151 Seiten, Paperback
12,95 €
ISBN 978-3-89385-587-2
Windpferd Verlag
Grunert geht in seiner Vision davon aus, dass genug für alle da ist und das ein wesentlicher Grund für die gegenwärtige Krise festliegendes Geld ist.
Würde das Geld fließen, käme die Wirtschaft wieder in Fahrt. Deswegen schlägt er vor, Geld mit eingebautem Wertverlust einzuführen – 2 bis 5 Prozent Verlust sieht er vor. Dann würde jeder sein Geld sofort investieren, statt es zu horten und die Wirtschaft nähme einen neuen Aufschwung.
Was sich im Kern ganz überzeugend anhört, wirft dann doch einige Fragen auf.
Etwa die sehr wesentliche Frage der klaren Gelddefinition. Einerseits fordert Grunert Geld als Ware – so wie einen Apfel, der verfault, wenn er zu lange liegt. Dabei unterschlägt er aber, das jede Ware den üblichen Marktmanipulationen wie etwa künstliche Verknappung bzw. Ausweitung unterworfen ist. Gleichzeitig soll Geld jedoch einen festgelegten Wertverlust haben. Dann wäre es aber keine Ware mehr, sondern ein gesetzlich bzw. staatlich definiertes System um den Warenaustausch zu regeln.
Die Entscheidung für eine bestimmte Gelddefinition führt zur heiklen und entscheidenden Frage, wer überhaupt das Recht haben soll, dieses Geld auszugeben bzw. zu schöpfen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass um dieses Recht erbitterte Auseinandersetzungen geführt wurden, die in der Regel von den Privatbankiers gewonnen wurden, die dadurch immensen Reichtum und Macht anhäufen konnten.
Unbeantwortet bleibt auch die wichtigste Frage, warum überhaupt jemand Geld annehmen sollte, das beständig an Wert verliert. Jeder muss Rücklagen bilden. Unternehmer sowieso, aber auch Arbeitnehmer müssen, etwa für den Krankheitsfall im Alter oder das Auto, Geld beiseite legen. Wenn dies aber permanent an Wert verliert, wird man sich wohl sehr schnell einen wertbeständigeren Ersatz aussuchen.
Trotzdem bietet Grunert sehr interessante Ansätze. Gerade die vielen funktionierenden Regionalwährungen und das Beispiel von Wörgl (siehe NordStern 07/08 2007) sollten uns, trotzt der offenen Fragen, optimistisch stimmen.
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