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Psychopompos – Das schamanische Seelengeleit
Von Leonie Gaul



gaul_feuer Das Wort Psychopompos stammt aus dem griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt »Seelengeleiter«.

Psychopompos ist der Titel des griechischen Botengottes Hermes, der das Amt des Seelengeleiters von Apollon übernommen hatte. Die Ägypter kannten den hundeköpfigen Anubis, in der germanischen Mythologie holten die Walküren die gefallenen Krieger ins Totenreich, bei den Kelten war Ogma Seelengeleiter.

Ihren Ursprung hat diese Vorstellung im archaischen Schamanismus. Die Schamanin, der Schamane führt die Seelen verstorbener Mitmenschen ins Totenreich. Aus schamanischer Sicht verlassen unsere Seelen, wenn wir sterben, die mittlere Welt und gehen in die obere Welt.

Wenn eine Person einen plötzlichen Tod erleidet, durch einen Unfall, Selbstmord, Abtreibung, Fehlgeburt, Naturkatastrophen, eine plötzlich schwere Krankheit oder Mord, dann kann es geschehen, dass die Seele in der mittleren Welt stecken bleibt, sie unerlöst bleibt, sich nicht lösen kann. Der Seele fehlt Zeit zum Abschiednehmen von der Welt, an die sie genauso gebunden ist wie an den Körper. Sie befindet sich in einem unerträglichen Zustand, sie hat ihren Körper bereits verlassen, schafft es aber nicht, in die Anderswelt zu gehen.

Angehörige, Freunde, Orte, Gegenstände, aber auch Aufgaben, Verpflichtungen, Erwartungen können die Verstorbenen noch ans Leben binden. Liebe, Schuld, Verletzung, Zurückweisung halten die Seelen in der Welt zurück, auch wenn der Körper tot ist.

Deshalb appelliert sie an die Lebenden, ihr zu helfen, hängt sich oft energetisch an nahe Angehörige. Die Menschen, die davon betroffen sind, erleben diese Präsenz oft als Bedrohung, weil sie nicht wissen, was mit ihnen los ist. Sie haben Angst, verrückt zu sein, fühlen sich panisch, können oft nicht gut alleine sein, leiden unter Schlafstörungen oder empfinden starken Energieverlust.

gaul_strand Die schamanisch Tätige ist Mittlerin zwischen den Welten, sie übernimmt die Aufgabe, die verirrte Seele zu überzeugen, dass sie tot ist und hilft ihr Abschied zu nehmen, begleitet sie bis zum Tor des Ahnenhauses, zeigt ihr den Weg ins Licht.

Wir bitten unsere Spirits, uns bei dieser Arbeit zu unterstützen und wir rufen die Seele eines Ahnen / einer Ahnin, um die Seele seines Nachkommens abzuholen.

Jenseits der Schwelle erwarten die Seelen Helfer, Verbündete, verstorbene Angehörige, die ihnen das letzte Geleit geben an ihren Bestimmungsort. Oftmals heißen die Ahnen die Seele, die ins Licht geleitet wird, willkommen oder haben schon auf sie gewartet.

Auch die Zurückgebliebenen können oft nur schwer Abschied nehmen. Einsamkeit, Schuld, Angst oder auch Wut quälen sie. Sie halten die Seele fest, lassen das Bett, das Zimmer der Verstorbenen unberührt, die Hausschuhe stehen vor der Tür, als ob die Person jeden Moment reinkommen könnte.

Die Angehörigen haben das Gefühl, nicht allein zu sein. Das können Besetzungen von unerlösten Verstorbenen sein, die ihren Platz in der Anderswelt nicht finden.

Es kann auch sein, dass sich Verstorbene bemerkbar machen, wenn Familienangelegenheiten unerledigt geblieben sind. (Etwa erschien ein Verstorbener seiner Ehefrau als sie das ehemals gemeinsam gebaute Haus verkaufen wollte)

Ein anderes Beispiel sind abgetriebene Seelen oder Seelen von Fehlgeburten, die unerlöst sind und die Frau in unverarbeitetem Schmerz oft Jahrzehnte stecken bleibt; die kleinen Seelen wollen gewürdigt werden und die Frau hat die Möglichkeit, bewußt Abschied zu nehmen.

Im Anschluß an dieses Ritual erlebte ich mehrmals, dass Frauen wieder schwanger werden konnten. Eine alte Dame, die zu mir kam, konnte mit diesem Ritual eine Fehlgeburt, die 50 Jahre her war, auflösen und war energetisch frei.

Denen, die zurückbleiben, kann hiemit geholfen werden, loszulassen und Abschied von der verstorbenen geliebten Person zu nehmen.

Besonders hier bei uns in Deutschland mit der Nazivergangenheit kann mit diesem Ritual große Heilung geschehen.

Fotos: Leonie Gaul

portrait_gaul Leonie Gaul
examinierte Pädagogin, Heilpraktikerin, Reikimeisterin, schamanische Heilerin, seit 1986 Vorträge, Seminare und Heilungsarbeit
Praxistätigkeit seit 1991 in Hamburg in eigener Praxis
Seit 1991 Dozentin an Heilpraktikerschulen und Bildungseinrichtungen in Fußreflexzonentherapie, Bachblütentherapie, Ritualarbeit, ganzheitlicher Frauenheilkunde, schamanischer Heilkunde.
Seit 2001 schamanische Ausbildung bei nepalesischen Schmanen/Schamaninnen unter der Leitung von Mohan Rai.
Fortbildungen in systemischer Familientherapie.
Innere Erfahrungen bei Dr. Klaus Lange, Hamburg.
Ausbildung zur Trainerin in rituellen Körperhaltungen/ekstatische Trance am Felicitas-Goodman-Institut.
www.leoniegaul.de




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