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Das Tierkreiszeichen Jungfrau
Von Chaos und Ordnung
Von Christina Pfingsten und Christa Wagner
Vom 23. August bis zum 22. September durchwandert die Sonne das Sternzeichen Jungfrau. In unseren Breitengraden geht nun der Sommer zu Ende und damit auch die ausgelassene und extrovertierte Zeit des Löwen. Nun kommt die Zeit der Ernte und der Vorbereitung auf den Winter. Was über den Sommer liegen geblieben ist, sollte nun in Angriff oder zumindest in Planung genommen werden.Der traditionelle Herrscher des Zeichens ist Merkur – der nebenbei auch noch für die Zwillinge „zuständig“ ist. In neuerer Zeit wird aber auch Chiron, der verwundete Heiler, dem Zeichen Jungfrau zugeordnet.
Jungfrau ist wie Steinbock und Stier, ein Erdzeichen und gemeinsam mit Schütze, Fische und Zwilling bildet das Zeichen Jungfrau das sogenannte veränderliche Kreuz. (vgl. Nordstern Dez. 2005)
Das Element Erde
Das ist die Welt der Materie und der Wirklichkeit. Hier zählt nicht, was sein könnte, sondern was ist! Erdzeichen sind pragmatisch, gelten als langsam, beständig und passiv (im Gegensatz zur initiativen Energie der Feuerzeichen). Sie suchen nach Struktur, Ordnung und Sicherheit in einem chaotischen Kosmos und wollen mit dem, was sie vorfinden sinnvoll umgehen. Ihr angeborenes Verständnis vom Funktionieren der Welt gibt ihnen mehr Geduld und Selbstdisziplin als anderen Zeichen. Das Physische und alles, was sinnlich erfahrbar ist, ist ihre Welt. Sie stehen zu ihrem Körper und seinen Bedürfnissen in gutem Kontakt. Mit Geld und Alltagspflichten kommen sie meist gut zurecht. Gerade das Vertraute, Bekannte, immer Gleiche gibt ihnen Halt und Zuversicht. Sie wissen für sich zu sorgen und ihre Pfründe zu wahren. Sie laufen aber auch Gefahr, sich so sehr in ihren Festungen zu verschanzen, dass sie von der sprudelnden Vielfalt des Lebens nichts mitbekommen und auch ihre eigenen Gaben weder erkennen noch ausprobieren.
Die Qualität – Veränderlich:
Jungfrau gehört gemeinsam mit Schütze, Fische und Zwilling zu den sogenannten beweglichen Zeichen. Diese Zeichen des veränderlichen Kreuzes zeichnen sich durch eine hohe Anpassungsfähigkeit und Flexibilität aus. Menschen mit einer Betonung dieser Zeichen können sich meist problemlos in neue Situationen einfügen, brauchen andererseits aber auch die Herausforderung und den Ansporn durch andere, um überhaupt ins Handeln zu kommen. Werden sie gefordert, können sie sozusagen alles – alleingelassen neigen sie zu Nervosität und zum Abschweifen.
Jungfrau ist nun also das eine und einzige veränderliche Erdzeichen, wie fügen sich die obigen Beschreibungen zu dem ganz spezifischen Bild zusammen? Was ist die einzigartige innere Motivation dieses Zeichens?
Die so plumpe, wie weit verbreitete Charakterisierung der Jungfrau als pedantisch ordentlicher, perfektionistischer Sekretärinnentyp erweist sich in der Realität oft genug als absurd. Liz Green benennt als zentrale Motivation das Verlangen nach Differenzierung. Die Welt wird als chaotisch, schwierig und komplex wahrgenommen, daraus entsteht das Verlangen genau zu beobachten und das Beobachtete in Kategorien einzuordnen und in Einklang zu bringen mit dem bereits bestehenden Wissen. Wissen bedeutet für die Jungfrau ein Werkzeug in der Hand zu haben mit dem sie die Bedrohlichkeit des Chaos kontrollieren kann. Ihre ängstliche Vorsicht verleitet sie dazu, jedes mögliche Szenario im Geiste durchzuspielen um auf jede Eventualität vorbereitet zu sein. Gern lässt sie auch ihre Umwelt an ihrem reichhaltigen Wissen teilhaben – gefragt und ungefragt! Schnelle Entscheidungen sind also nicht ihre Sache und bei gemeinsamen Vorhaben zeigt sich häufig eine zähe Umständlichkeit.
Das Ganze besteht aus vielen Teilen. Jedes Teil gehört zu einem Ganzen und jedes Teil gehört an seinen Platz. Diese Suche nach der Ordnung im Chaos, die Ausdauer, die Jungfrau betonte Menschen dabei aufbringen, all das prädestiniert sie dazu, gute Wissenschaftler zu werden. Weil die Welt ein Chaos ist braucht das Leben eine klare Struktur. Am wohlsten und entspanntesten fühlen sich Jungfraugeborene in eindeutig strukturierten Zusammenhängen, mit definierten Aufgaben. Alltagsroutine wird als Erleichterung empfunden, das Bekannte gewährt mehr Freiheit als das Fremde. Ihre Geduld und Ausdauer und ihr spröde-unromantischer Realitätssinn sind für ihre Umgebung der Fels in der Brandung. Sie können warten und die Dinge ausreifen lassen, um zur rechten Zeit zu ernten. Wie die Goldmarie im Märchen sehen sie, was getan werden muss und tun es dann auch. Innere Ordnung und innere Reife sind dann nötig, um die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit zu erkennen und zu respektieren.
Christina Pfingsten und
Christa Wagner,
astrologieBüro Kalleby,
Tel.: 04632-8587, Fax: 8586, eMail: Kalleby10@t-online.de
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